Donnerstag, 13. Februar 2020

Dresden vor 75 Jahren

Der 13. Februar 1945 war ein Faschingsdienstag. Gegen Abend machten sich sechs britische Bomberstaffeln der Royal Air Force (RAF) von Südengland auf den Weg nach Deutschland. Um 21:45 Uhr gab es in Dresden den mittlerweile 175. Fliegeralarm und ich kann mir vorstellen, dass viele Einwohner dachten, es wird auch dieses Mal schon nicht so schlimm werden. Aber es wurde sehr schlimm. Bis zu 25.000 Menschen kamen in dem sogenannten Feuersturm ums Leben. 
In den fünfzehn Minuten des Angriffs von 244 Lancaster Bombern wurden drei Viertel der Dresdner Altstadt in Brand gesetzt, manche Brände loderten vier Tage lang. Aufgrund der Nachtsicht ist man sich sicher, dass keine einzelnen Ziele angeflogen wurden, vielmehr sollte die Stadt möglichst großflächig zerstört werden. 

Danach konnte die Bevölkerung nicht etwa aufatmen, denn nachts um 1:23 Uhr erfolgte die nächste Angriffswelle. Dieses Mal waren es 529 britische und kanadische Bomber. Eine halbe Stunde lang wurden bis zu 650.000 Stabbrandbomben abgeworfen. Diese Bomben trafen auch Gebiete, in die sich die Bevölkerung nach dem ersten Angriff bereits geflüchtet hatte wie z. B. die Elbwiesen. 
Außerdem wurde die Technik der ausgerückten Feuerschutzpolizei zerstört. Löschaktionen wurden dadurch verhindert und die zahlreichen Einzelfeuer vereinten sich rasch zu einem orkanartigen Feuersturm, der ganze Straßenzüge zerstörte. Durch den starken Luftsog wurden größere Gegenstände und auch Menschen umhergewirbel und ins Feuer gezogen. Wer sich aus den Luftschutzkellern retten konnte, war draußen dem Feuersturm und den weiter detonierenden Bomben ausgesetzt.
Aber auch das reichte den Alliierten noch nicht. Am 14. Februar starteten die Amerikaner einen weiteren Luftangriff und warfen 1800 Sprengbomben und 136.800 Stabbrandbomben ab. Getroffen wurde u.a. der Bahnhof und das Krankenhaus in Friedrichstadt. 
Die ausgebrannte Frauenkirche stürzte am 15. Februar ein. Gegen Mittag erfolgte dann ein weiterer Angriff, dieses Mal auf das Gebiet zwischen Meißen und Pirna. 

Das sogenannte "area bombing" war bei den anderen Westalliierten in den letzten Kriegsmonaten stark umstritten und nach Dresden drängte die US-Militärregierung die RAF dazu, diese Taktik aufzugeben.
Das Kommando über die RAF hatte Arthur Harris, die Entscheidung zum "area bombing" traf Premierminister Winston Churchill. Aber anscheinend distanzierte er sich später davon, denn im Gegenteil zu vielen anderen führenden Militärs erhielt Harris keine staatliche Ehrung und wurde erst spät in den Adelsstand erhoben. 

Bildquelle: mdr.de

Neben den menschlichen Opfern war auch die Zerstörung vieler Kulturdenkmäler zu beklagen: die Frauenkirche, die Semperoper, das Residenzschloss, die Sophienkirche...
 
Drei schreckliche Tage im Leben einer Stadt, die hoffentlich nie wieder passieren werden. 
Aber ebenso schrecklich finde ich, dass sowohl linke als auch rechte Gruppierungen diese furchtbaren Angriffe für ihre Propaganda nutzen. Warum kann man nicht einfach nur der vielen Opfer gemeinsam und in Stille gedenken?

Quelle: Wikipedia





 

Donnerstag, 6. Februar 2020

Was geschah am 6. Februar...


1665
Anne, Tochter von König James II., wird geboren. Anne wurde selbst 1702 zur Königin gekrönt und war die letzte britische Königin des Hauses Stuart.

1685
König Charles II. stirbt und dadurch wird sein Bruder James II. neuer König von England und ebenso von Schottland (James VII). Er war der letzte katholische Monarch, der über die anglikanischen bzw. presbyterianischen Königreiche England und Schottland herrscht. Bereits drei Jahre später wurde er durch die sogenannte Glorious Revolution durch seine Tochter Maria und deren Mann Wilhelnm III. abgesetzt. 

1952
Königin Elisabeth II. wird durch den Tod ihres Vaters George zur Königin des Vereinten Königreichs. Sie herrscht also bereits seit 68 Jahren.

1838
Der britische Theaterschauspieler Henry Irving wird geboren. Er war der wichtigste Shakespeare-Darsteller der viktorianischen Zeit und leitete später das Lyceum Theater in London. Der Schriftsteller Bram Stoker war eng mit Irving befreundet und man munkelt, dass er den Schauspieler zum Vorbild für seine Romanfigur Dracula nahm. Stoker bat Irving auch, Dracula in einer Bühnenadaption zu spielen, was dieser ablehnte. Der Stoff sei für seine Theaterbühne zu trivial.
 

Freitag, 31. Januar 2020

Blessed Imbolc - Das Fest des Lichtes

Ich glaube zwar nicht, dass der Winter schon vorüber ist, denn oft wird der Februar ja noch mal so richtig kalt. Aber man merkt schon, dass es abends langsam etwas länger hell bleibt.
 
Vom 1.  auf den 2. Februar wird das erste Fest im Jahreskreis 2020 gefeiert: Imbolc. Es markiert zwar eigentlich die Mitte des Winters, aber auch das zaghafte erste Erwachen der Natur. Ihr könnte auch in euren Garten gehen und die Bäume schütteln, um sie aus ihrem Winterschlaf zu holen. Tatsächlich machten das früher viele Bauern. Heute wären euch dafür wahrscheinlich misstrauische Blicke eurer Nachbarn sicher. *g*

Kelten feierten dieses Fest mit Feuern, das den Winter verscheuchen und die Sonne erwecken sollte. Übersetzt bedeutet Imbolc "die Lämmer zum Säugen anlegen", denn zu dieser Zeit werden ja die Lämmer geboren. 


Heute zündet man überwiegend Kerzen an und feiert am 2. Februar "Lichtmess". Da die Christen sich nicht in der Lage sahen, das für die Kelten und Germanen wichtige Fest "Imbolc" ganz abzuschaffen, wurde es einfach umdefiniert, wie so viele andere heidnische Feste.

Außerdem ist dieser Tag der keltischen Göttin Brigid gewidmet. Ihr Element ist das Feuer und sie ist die Schutzpatronin der Heiler und auch Dichter. Die Verbindung der Göttin mit dem Feuer geht aus ihrem Sonne-Charakter hervor. Lichtsäulen und Flammen begleiteten sie, als sie zwischen den Welten auf der Türschwelle ins Leben trat. Ihr Attribut, der feurige Pfeil, war sprichwörtlich: der heiß ersehnte erste Frühlings-Sonnenstrahl, der die Erde wärmend traf.



Folgendes Ritual, um die Dunkelheit zu vertreiben, könnt ihr ganz einfach durchführen: Stellt in jedes Zimmer ans Fenster eine Kerze oder ein großes Teelicht. Drum herum legt entweder Bergkristalle, die das ganze Jahr liegen bleiben oder streut Salz, dass dann aber am nächsten Tag entfernt wird. Auch schützende Kräuter können natürlich nicht schaden. 
Vorher könnt ihr noch die Räume mit einer reinigenden Mischung räuchern, danach richtig lüften und dann die Kerzen entzünden.
 
Ich habe auch von einer Tradition gelesen, die ich sehr schön finde: Wenn man weiße Seidenbänder mit Glöckchen in der Nacht auf den 2. Februar ins Freie hängt, kann Brigid sie auf ihrer Wanderung weihen. Diesen Bändern wird danach die Heilkraft der keltischen Göttin zugeschrieben. Und wenn man diese Bänder dann über das Bett von Kindern hängt, wird Brigid sich schützend über jedes so verzierte Bettchen lehnen. 





Donnerstag, 30. Januar 2020

Der Untergang der "Wilhelm Gustloff" vor 75 Jahren

Am 30. Januar 1945 kamen beim Untergang der Wilhelm Gustloff 9000 Menschen ums Leben. Das sowjetische U-Boot s 13 hatte das ehemalige Kreuzfahrtschiff vor der Küste Pommerns beschossen.
Zur Zeit des 2. Weltkrieges wurde es als Lazarettschiff, Truppentransporter und Wohnschiff der Kriegsmarine genutzt. 


Zu Beginn des Jahres 1945 nach dem Durchbruch der Roten Armee waren viele Bewohner der Provinz Ostpreußen vom übrigen Reichsgebiet abgeschnitten. 

Mit der Verlegung der 2. U-Boot-Lehrdivision nach Westen, begann man verwundete Soldaten mit allen verfügbaren Schiffen in das westliche Reichsgebiet zu transportieren. Dadurch, dass auch Zivilisten an Bord durften, konnten so 2,5 Millionen Menschen über die Ostsee entkommen. 
Am 30. Januar legte auch die Wilhelm Gustloff mit schätzungsweise 10.000 Menschen an Bord in Gotenhafen (heute Gdynia in Polen) ab. Es waren etwa 8.800 Zivilisten (davon viele Kinder) und ca. 1500 Angehörige der Wehrmacht, darunter 162 Verwundete. 

Gegen 21:15 Uhr am 30. Januar 1945 wurden vier Torpedos vom sowjetischen U-Boot abgeschossen, drei davon trafen die Wilhelm Gustloff. Etwa eine Stunde später sank das Schiff nur 23 Seemeilen von der Pommerschen Küste entfernt.

Es gab viel zu wenig Rettungsboote und hinzu kam noch, dass etwa 1000 Menschen an Bord in den Wintergarten beordert wurden, um eine Massenpanik zu verhindert. Hier wurden sie mit Waffengewalt der Offiziere festgehalten. Als das Schiff sank, war eine Flucht unmöglich, denn die Fenster bestanden aus Panzerglas. 
Außerdem herrschte eine Außentemperatur von Minus 20 Grad. 

Andere Schiffe, die zur Rettung eilten, konnten nur 1252 Menschen retten. 

Das Wrack der gesunkenen Wilhelm Gustloff ist heute als Seekriegsgrab ein geschütztes Denkmal und liegt in 42 Metern Tiefe in polnischen Hoheitsgewässern.  

Der U-Boot-Kapitän, der für die Versenkung der Wilhelm Gustloff verantwortlich war, galt übrigens als Alkoholiker und unzuverlässig. Später wurde er auch unehrenhaft aus der Marine entlassen. Trotzdem machte Gorbatschow ihn posthum zum Helden der Sowjetunion. 

Quellen: Wikipedia und Welt







Mittwoch, 15. Januar 2020

Was geschah am 15. Januar...

...im Jahr 1559

Heute vor 461 Jahren wurde Elisabeth I. in der Westminster Abbey zur Königin von England und Irland gekrönt. Sie war die Tochter von König Henry VIII. und Anne Boleyn. Nach der Hinrichtung ihrer Mutter wurde sie (zusammen mit ihrer Halbschwester Mary) zunächst für illegetim erklärt, denn Henry hoffte natürlich auf einen Sohn als Thronerbe. Aber Catherine Parr schaffte es in ihrer Ehe mit Henry ihn dazu zu überreden, Elisabeth wieder in die Thronfolge aufzunehmen. 

Unter Elisabeths Regentschaft wird England zu einer Weltmacht. Das Elisabethanische Zeitalter war die Zeit von William Shakespeare oder Christopher Marlowe und Francis Drake umsegelte in ihrem Auftrag die Welt. Auch die erste englische Kolonie wurde in Amerika gegründet und zu Ehren Elisabeths Virginia genannt. Die Anglikanische Kirche erhielt in dieser Zeit ihre endgültige Ausprägung und die modernen Wissenschaften wurden begründet. 
Elisabeth hat nie geheiratet, sie hat ihr ganzes Leben ihrem Land und der Krone geopfert. Ich glaube allerdings, dass sie das nicht als Opfer ansah und ich frage mich, was sie zu der heutigen Situation sagen würde.



...im Jahr 1569

Im Alter von 46 Jahren verstarb die englische Adelige Catherine Knollys, geb. Carey. Sie war die Tochter von Mary Boleyn, der Schwester der Königin Anne und somit Elisabeths Cousine. Da Mary lange Zeit die Geliebte Henrys war wurde sogar spekuliert, ob nicht sogar der König Catherines Vater war. Aber Marys Ehemann Sir William Carey erkannte Catherine bei der Heirat als seine Tochter an.
Catherine war eine enge Freundin und Vertraute der Königin und als Catherine starb, litt Elisabeth sehr darunter.






 
 
 

Montag, 13. Januar 2020

Der 13. Januar vor 75 Jahren

Am 13. Januar 1945 begann mit dem Angriff der russischen Roten Armee auf Königsberg die Schlacht um Ostpreußen, sie dauerte bis zum 25. April. 
Seit 1724 war Königsberg, gelegen im Südosten der Halbinsel Samland, die Königliche Haupt- und Residenzstadt in Preußen. Bis 1945 war sie außerdem die nordöstlichste Großstadt des Deutschen Reiches und das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der Provinz Ostpreußen. 
Bereits 1944 wurde Königsberg bereits durch britische Luftangriffe weitgehend zerstört, im April 1945 fiel die Stadt nach schweren Kämpfen dann in der Hände der Roten Armee. Ostpreußen wurde durch das Potsdamer Abkommen mit allen anderen deutschen Gebieten östlich der Oder-Neiße-Linie von Deutschland abgetrennt. Das nördliche Ostpreußen mit Königsberg kam unter sowjetische Verwaltung. Die Deutschen, die die russische Besatzung überlebt hatten, wurden bis 1948 in die vie Besatzungszonen Deutschlands vertrieben. 
Seit 1946 heißt Königsberg nun Kaliningrad und wurde in der Nachkriegszeit mit Menschen aus verschiedensten Teilen Russlands neu besiedelt, wie auch das gesamte nördliche Ostpreußen.



Ebenfalls am 13. Januar 1945 flog die britische Armee mit 274 Flugzeugen Luftangriffe auf Saarbrücken.  Da war die Stadt schon in großen Teilen durch vorherige Angriffe zerstört. 




Mittwoch, 1. Januar 2020

Winter am ersten Tag des Jahres

Ich wünsche euch ein frohes neues Jahr. Am 1. Januar 2020 haben wir einen kleinen Spaziergang gemacht und ich fand dabei herrliche Motive in der winterlichen Natur.















Und auch im Garten hat der Winter Tolles gezaubert:








Dienstag, 31. Dezember 2019

Silvester - Die achte Rauhnacht

Seit 1582, der Einführung des Gregorianischen Kalenders, ist der 1. Januar der Tag des Jahresbeginns. Der 31. Dezember ist dem römischen Bischof Silvester gewidmet, um seinem Todestag zu gedenken. Er begleitete den Übergang von einer Phase, in der die Christen verfolgt wurden, in ein neue Phase, in der das Christentum unter Kaiser Konstantin zur Staatsreligion erklärt wurde.
Der Neujahrstag war der Tag der Narren, Bürger und Priester. Man maskierte sich und trieb Unfug. Später wurde dieser Brauch auf das Fastnachtsfest verlegt. 

Es gibt viele Bräuche, die bis heute erhalten geblieben sind. An erster Stelle steht, dass man Silvester im Kreise seiner Lieben verbringen sollte. "Kreis" kann dabei ruhig wörtlich genommen werden, denn der Kreis schützt. 
Früher gab es natürlich kein Feuerwerk, dafür wurden um Mitternacht lärmende Umzüge veranstaltet, um "das Alte" und auch böse Geister zu vertreiben. 
Auch Räuchern ist ein alter Brauch, vorzugsweise mit Weihrauch.

In diesem Sinne: Kommt gut hinüber in das neue Jahr und auch in das neue Jahrzehnt, denn ab morgen schreiben wir bereits das Jahr 2020.




Dezember in Ostfriesland

Kurz vor dem Jahreswechsel waren wir noch ein paar Tage im hohen Norden, genauer in Ostfriesland. Hier sind ein paar Eindrücke:

 Sonnenaufgang auf der Hinfahrt

 Norddeich

 Blick nach Holland

 Und natürlich mal wieder kein Wasser da ;-)

 Blick rüber nach Juist


 Greetsiel



 Der Leuchtturm von Campen

 Am Großen Meer






 Unverkennbar: Emden


 Der Hafen von Emden mit dem Rathaus auf der rechten Seite

 Das alte Hafentor von Emden









Donnerstag, 26. Dezember 2019

Die dritte Rauhnacht steht bevor

Die zwölf Rauhnächte stehen auch für die zwölf Monate des kommenden Jahres. Die 3. Rauhnacht vom 26. auf den 27- Dezember steht also für den März. Der März ist der Monat des Jahres, in der sich die Natur zum Durchbruch bereit macht und sich erneuert. 
Zeit auch, sich Gedanken zu machen, wer in der Vergangenheit wichtig für mich war und wer es auch im neuen Jahr sein soll. Wer war für mich da und wer nicht? Negative Energie sollten nicht mit ins neue Jahr genommen werden.