Seid willkommen in meiner kleinen Welt! Tretet ein und schaut euch um.

Im Prinzip schreibe ich über alles, was mich bewegt, was mir wichtig ist und eine Rolle in meinem Leben spielt. Musik, Filme, Tiere, Mythen, Legenden, Sagen, unsere Reisen und Ausflüge, meine Familienforschung. Und auch einfach mal dummes Zeug. ;-)

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Montag, 28. Oktober 2013

Ein Wochenende im belgischen Flandern

So, wir sind wieder daheim aus Flandern. Am letzten Freitag hieß es um 4 Uhr morgens aufstehen, da um 5:45 Uhr der Bus fuhr und dann ging es los nach Belgien. Um die Mittagszeit kamen wir in Brüssel an und als erstes stand eine Stadtrundfahrt auf dem Programm. 1. Halt: Atomium. Hier stieg dann auch der Stadtführer Arthur zu und unterhielt uns mit allerlei Anekdoten und Informationen zur Stadt und zum Land. Das Atomium ist z.B. ein Überbleibsel der Weltausstellung EXPO. 



Danach ging es weiter Richtung Innenstadt von Brüssel. Mir kam es nicht nur so vor, dass Brüssel die Hauptstadt Belgiens ist, sondern auch die Hauptstadt der Baustellen. Rings um das Hotel auf jeden Fall.
Schließlich folgte eine Stadtführung zu Fuß und Arthur zeigte uns die interessante Innenstadt. Die Führung endete auf dem großen Marktplatz am Rathaus. Dort im Umkreis gibt es sehr viele Schokoladen- und Pralinenläden. Allerdings, so sagte uns Arthur, dass es eigentlich nur eine Firma gibt, die noch die original Belgische Schokolade verkauft (Neuhaus), das andere sei fast alles "Made in China" und dementsprechend natürlich günstiger. Aber eben nicht das Original.





Natürlich sahen wir uns auch eines berühmtesten Wahrzeichen von Brüssel an: das Männeken Pis. Es ist so klein, dass man es schon mal übersehen könnte....wenn nicht immer Horden von Touristen davor stehen würden. *g*  

Das Original wurde 1619 vom Brüsseler Bildhauer  Hieronimus Duquesnoy geschaffen. Da die Figur bereits mehrfach gestohlen wurde, wird das Original im Maison du Roi aufbewahrt. Die heutige Statue in der Stadt ist eine Kopie.

Naürlich stand auf dem Programm der Stadtrundfahrt auch eine Tour durch das Regierungsviertel. Was mich aber nicht wirklich interessierte....besser ist es, man sieht nicht, wo unsere Steuergelder tatsächlich hinfließen.
Nach dem Einchecken ins Hotel machten wir uns dann mit ein paar Freunden noch mal auf den Weg in die Stadt, denn nach dem langen Tag hatten wir alle Hunger. Im Restaurant "Drug Opera" gab es dann erst mal was Leckeres. 
Brüssel ist übrigens dreisprachig: Französisch sprechen die Wallonen, die Flamen sprechen flämisch (belgisches Niederländisch) und dann Deutsch. Aber aufgrund dieser Einteilung hat Brüssel auch drei Amtssprachen. Ein einheitliches Belgisch gibt es nicht.  Und mit Englisch kommt man natürlich auch überall weiter als Tourist.
Leider regnete es inzwischen auch, aber trotzdem bummelten wir nach dem Essen noch durch die abendliche Stadt. Das Kneipenviertel erinnerte mich sehr an das West End in London, Soho, Covent Garden usw. 
Schließlich fielen wir müde ins Bett.

Nach einem ausgiebigen Frühstücksbüffet ging es am Samstagmorgen nach Gent. Es entstand im 7. Jahrhundert und war damals als "Ganda" bekannt. Die Altstadt zwischen der Schelde und Leie besteht aus kleinen, engen Sträßchen und erinnert sehr an die Niederlande. Einfach schön, Gent hat mir wirklich sehr gut gefallen. 










Mit dieser Burg mitten in Gent habe ich überhaupt nicht gerechnet und war total überrascht. Es heißt "Gravensteen" (Grafenschloss) und war ursprünglich eine Festung, die im Auftrag von Philipps vom Elsaß durch den Grafen Boudewijn I. erbaut wurde.





Oben seht ihr die alten Gildehäuser an der Leie am sogenannten Gewürzquai aus dem 15., 16. und 17. Jahrhundert, teilweise noch im Original und alle unter Denkmalschutz. 





Hier ein Blick auf die St. Niklaaskerk. Sie wurde etwa in der Mitte des 11. Jahrhunderts erbaut. Während der französichen Revolution wurde die Kirche als Pferdestall verwendet. 










Hier sieht man den sog. Belfried (Belfort). Das aus 44 Glocken bestehende Glockenspiel ist eines der bekanntesten in Belgien und den Niederlanden. Er wurde im 13. und 14. Jahrhundert erbaut. Von hier aus wurde z.B. die Städtische Miliz aufgerufen. Daran angeschlossen ist der Hallenturm mit dem Gemeindegefängnis. Die Fassade ist aus dem Jahr 1741. 





 












 Nach einer guten Stunde Freizeit ging es weiter nach Brügge mit einem Zwischenstopp am Beginenhof, welcher heute unter Denkmalschutz steht und zum Unesco Weltkulturerbe gehört. Die früheren Unterkünfte der Beginen werden heute als Wohnungen verkauft oder vermietet.




  In Brügge hielten wir am Sandplatz und mit unserem Stadtführer ging es in die Innenstadt vorbei an der Kathedrale zum Marktplatz. Brügge entstand zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert, die wenigen Einwohner gaben der kleinen Ansiedlung den Namen Bruggia. Später wurde die Stadt ein wichtiges Handelszentrum. Und durch die Anwesenheit der Herzöge von Burgund erlebte Brügge einen großartigen Glanz als Residenzstadt, prachtvoll und ein unvergleichliches Kunstzentrum.






Der Belfried und die Hallen wurden gegen 1240 gebaut. Der Turm ist 83 Meter hoch und wenn man die 366 Stufen hoch gestiegen ist, kann man das Panorama der flämischen Ebene genießen. Wir haben darauf verzichtet...







  


Stattdessen sind wir weiter gegangen zum Rathaus, welches im Jahr 1376 im Gotischen Stil errichtet wurde. 



Daneben findet man die Basilika des Heiligen Blutes aus dem 12. Jahrhundert. Der Legende nach wurde hier Heiliges Blut aus Jerusalem von einem Kreuzritter der Stadt Brügge übergeben.  Was natürlich viele Gläubige anlockt. Von außen vermutet man gar nicht, was einem am Ende der Treppe in der Kirche erwartet. 






Wusstet ihr übrigens, dass der deutsche Kaiser Karl V. ein Flame war? Das erzählte uns unserer Stadtführer. In Brüssel begegnete uns immer wieder der Name "Charles Quint" und wir fragten Arthur, wer das gewesen ist. Kein Engländer, nein. *g* Es bedeutet Karl der Fünfte auf flämisch. Wieder was dazu gelernt. 



Am Sonntag ging es nach dem Auschecken noch nach Antwerpen. Die Stadt ist heute noch immer berühmt für ihre Diamanten. Das erklärte uns die heimische Stadtführerin. 


Leider hat es immer wieder geregnet und war sehr stürmisch, daher habe ich nicht viele Fotos geschossen. Oben seht ihr ein paar Eindrücke.

Alles in allem war es ein schönes, interessantes Wochenende mit sehr vielen Eindrücken. Am besten gefallen haben uns Gent und Brügge, wobei wir aus zeitlichen Gründen von Brügge nicht wirklich alles gesehen haben. Aber so ist das nun mal auf organisierten Städtereisen.

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