Seid willkommen in meiner kleinen Welt! Tretet ein und schaut euch um.

Im Prinzip schreibe ich über alles, was mich bewegt, was mir wichtig ist und eine Rolle in meinem Leben spielt. Musik, Filme, Tiere, Mythen, Legenden, Sagen, unsere Reisen und Ausflüge, meine Familienforschung. Und auch einfach mal dummes Zeug. ;-)

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Donnerstag, 16. Februar 2017

Die Hamburger Sturmflut vor 55 Jahren


Der 16. Februar 1962 ist einer der schwärzesten Tage der Stadt Hamburg in der Nachkriegsgeschichte. Mitten in der Nacht rollte eine riesige Flutwelle von der Nordsee die Elbe hinauf auf die Stadt zu, zerstörte die Deiche und kostete 315 Menschen das Leben. Tausende verloren ihr Hab und Gut oder wurden obdachlos. 



Bereits am 12. Februar 1962 begann die Katastrophe, ein Sturm in der Nordsee verursachte zwei Sturmfluten. Danach beruhigte sich das Wetter aber erst einmal wieder und die Menschen wähnten sich in trügerischer Sicherheit. 
Am Morgen des 16. Februars warnte das Deutsche Hydrographische Institut vor einer Sturmflut in der kommenden Nacht. Um 22:45 Uhr wurde die Alarmstufe III herausgegeben und um kurz nach Mitternacht brach der erste Deich im Neuenfelder Rosengarten. Hier starben 8 Menschen. Kurz darauf fielen Telefone, Fernschreiber und Stromversorgung aus. Um 2:00 Uhr morgens brach der Deich am Wilhelmsburger Spreehafen und über 200 Menschen kamen in den Fluten um, ertranken oder erfroren. Die meisten davon lebten in Behelfsheimen, die nach dem Krieg gebaut wurden. Sie wurden im Schlaf überrascht, denn viele hatten den Ernst der Lage verkannt und nicht mit einer solch dramatischen Flut gerechnet. Gegen 3 Uhr am Morgen betrug der höchste Wasserstand am Pegel St. Pauli +5,70 m NN. Im Laufe der Nacht kam es in der Stadt insgesamt zu über 60 Deichbrüchen. 
Der damalige Hamburger Polizeisenator und späterer Bundeskanzler Helmut Schmidt übernahm ab dem frühen Morgen des 17. Februars die zentrale Koordination und leitete damit zügige und effektive Hilfsmaßnahmen ein. 
Um 11 Uhr trat der Senat zu einer Sondersitzung zusammen und ab Mitternacht begannen Transportflugzeuge der englischen, amerikanischen und deutschen Luftwaffe mit einer Luftbrücke. Tausende ware vom Wasser eingeschlossen, besonders in Wilhelmsburg. Hier erfolgte die Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten und Trinkwasser mit Booten, in anderen Stadtgebieten mit Hubschraubern. 



Am Abend des 19. Februar wurde schließlich festgestellt, dass die akute Gefahr vorüber ist. Bis jetzt wurden 119 Tote geborgen, aber die Zahl stieg weiter an. Auch Tausende Nutz- und Haustiere ertranken in den Fluten. Über 10.000 Wohnungen waren monatelang unbenutzbar und die Menschen obdachlos. 
Am 26. Februar 1962 fand eine große Trauerfeier auf dem Hamburger Rathausmarkt statt. Es kamen mehr als 100.000 Menschen zusammen. 
Am 1. März fanden auf dem Ohlsdorfer Friedhof in einer Sammelbestattung 77 Flutopfer ihre letzte Ruhe. 1972 wurde diese Ehrengrabstätte als Flutmahnmal gestaltet. 

Eine unglaubliche Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität setzte damals ein, aus In- und Ausland trafen Geld- und Sachspenden in Höhe von fast 40 Millionen DM ein. Auch gab es zügig staatliche Unterstützung, als erstes eine finanzielle Soforthilfe für rund 100.000 Menschen in Form eines Handgeldes von 50 DM. Außerdem konnten dank Spenden Tausende von Müttern, Kindern und älterer Menschen in Erholung geschickt werden.

Das Sturmtief, dass die Katastrophe über Hamburg brachte, trug übrigens den Namen Vincinette - Die Siegreiche....




Quelle: www.hamburg.de




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