Seid willkommen in meiner kleinen Welt! Tretet ein und schaut euch um.

Im Prinzip schreibe ich über alles, was mich bewegt, was mir wichtig ist und eine Rolle in meinem Leben spielt. Musik, Filme, Tiere, Mythen, Legenden, Sagen, unsere Reisen und Ausflüge, meine Familienforschung. Und auch einfach mal dummes Zeug. ;-)

Also tretet ein in meine kleine Welt, schaut euch in Ruhe um und wenn es euch gefällt, dann kehrt zurück.



Donnerstag, 28. Juli 2016

Lughnasad / Lammas am 1. August

Der Juli neigt sich dem Ende, Zeit für ein weiteres Fest im Jahreskreis. 


In der Nacht vom 31. Juli auf den 1. August feierten die Kelten ein großes Lichtfest, das sie Lughnasad nannten. Lughnasad bedeutet soviel, wie die "Hochzeit des Lichtes". Lugh war dabei der von den Kelten verehrte Herr des Lichtes. An diesem Tag wird die Ernte unserer Früchte gefeiert, aber auch die getane Arbeit, die damit verbunden war. Es ist ein Fest, das den Kreislauf des Lebens auf ganz besondere Weise symbolisiert, da die Ernte natürlich auch den Tod der Pflanzen bedeutet. Der Kreislauf geht aber immer weiter. Die geernteten Früchte ermöglichen uns das Überleben im Winter, die Samen sind gebildet und alle wissen, dass im Frühling das Leben wieder neu erwacht.


Der Juli ist vorbei und Anfang August beginnt der Erntemonat. Viele Pflanzen tragen Früchte, das Getreide ist reif, Heilpflanzen haben eine ganz besonders hohe Wirkung. Auf unserem Balkon können wir immer zwischendurch von den Tomaten naschen und auch die Chilischoten sind bald soweit. Der Sommer ist spürbar, wir erleben Hitze und Kraft. Wobei mir die Sommer in den letzten Jahren gar nicht mehr gefallen. Unwetter, Schwüle, tropische Nächte. 
Jetzt ist es an der Zeit, einen bewussten Schnitt zu setzen. Wenn wir jetzt nicht ernten, verlieren wir alles. Wir müssen daher den konkreten Schnitt setzen und das Getreide abschneiden, damit wir es auch nutzen können. Daher nennt man dieses Mondfest auch Schnitterfest. 
Dieses Abschneiden ist symbolisch auch der Abschied von der Zeit der Hitze und der Fülle. Wir tragen die Vorahnung in uns, dass es wieder dunkler wird, dass das Absterben der Natur naht. Man merkt ja jetzt schon ganz langsam, dass es abends ein wenig früher dunkel und morgens auch später hell wird. Wir versuchen die Fülle zu halten, indem wir Obst und Gemüse einkochen und haltbar machen, indem wir die Kräuter ernten und Tees und Säfte aus ihnen machen und indem wir das Getreide zu Mehl und zu Brot verarbeiten. Zumindest haben unsere Vorfahren das so gemacht. Ich möchte in diesem Jahr aber auch zum ersten Mal selbst Marmelade kochen und warte deswegen ungeduldig auf die Brombeerernte. Und ich freue mich, dass nun meine Lieblingsblumen überall zu sehen sind. 


Genau dies ist die Qualität des Festes. Zum Zeitpunkt der größten Reife müssen wir ernten. Das Getreide muss geschnitten werden und genau dieser Schnitt wird zum Symbol des Festes. Wir feiern die "Schnitterin", die bewusst und mit all ihrer Kraft die Frucht erntet und mit ihrer Sichel (die der abnehmenden Mondsichel entspricht) das Leben durchtrennt - nur um zu überleben.






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