Seid willkommen in meiner kleinen Welt! Tretet ein und schaut euch um.

Im Prinzip schreibe ich über alles, was mich bewegt, was mir wichtig ist und eine Rolle in meinem Leben spielt. Musik, Filme, Tiere, Mythen, Legenden, Sagen, unsere Reisen und Ausflüge, meine Familienforschung. Und auch einfach mal dummes Zeug. ;-)

Also tretet ein in meine kleine Welt, schaut euch in Ruhe um und wenn es euch gefällt, dann kehrt zurück.



Mittwoch, 8. Juni 2016

Urlaub in Südengland, Tag 5 und 6

02. - 03. Juni 2016

Heute stand eine kleine Rundreise durch das schöne Cornwall auf dem Programm. Unterwegs erzählte uns der ortsansässige Reiseleiter Robert (wieder ein Deutscher, der nun in England lebt), dass Cornwall historisch und kulturell gesehen eigentlich gar nicht zu England gehört, denn hier siedelten sich seinerzeit die Kelten an. Der Ursprung ist also gar nicht englisch. Und es gibt sogar eine eigene Sprache: Cornisch. Leider gibt es heute nur noch sehr wenige, die dies sprechen. Aber dank der EU gibt es ein Förderprogramm in den Schulen für alte Sprachen und das Cornische gehört dazu. Also wenn England sich dafür entscheiden sollte, aus der EU auszuscheiden, dann ist es mit dieser Förderung wohl bald vorbei....aber das ist ein anderes Thema. Allerdings eines, dass die Engländer im Moment sehr beschäftigt.

Unser erster Halt war heute der St. Michael's Mount, ein 70 Meter hoher Inselberg vor der Küste des Städtchens Marazion. Bei Ebbe kann man über einen Granitdamm hinüber gehen. Die Ähnlichkeit zum Mont St. Michel in der Normandie kommt nicht von ungefähr, denn der Mount in England wurde kurz nach der Eroberung durch William den Benediktinern des französischen Klosters als Tochterhaus unterstellt. Während der Herrschaft von Henry VIII im Zuge seiner Reform wurde das Kloster aufgehoben wie so viele andere im Land. Heute gehört sie der Familie St. Aubyn und kann besichtigt werden. An diesem Tag war es ziemlich diesig, deswegen ist das Bild leider ziemlich etwas dunkel geworden.




Weiter ging es durch den Ort Penzance. Einst war es Exporthafen für die Bodenschätze Cornwalls wie Zinn und Kupfer. Heute ist es ein Seebad mit einer langen Promenade am Sandstrand westlich des Hafenbeckens.





Das nächste Ziel war das Minack Theatre, ein Amphitheater mitten in den Klippen bei Porthcurno. 1932 wurde es eröffnet. Schon alleine die Aussicht lohnt den Aufstieg. Man kann aber auch mit dem Auto hinauffahren. 






Nur ein paar Kilometer weiter ist das westliche Ende von England: Land's End. Ein Ort auf den Klippen, der sich lohnt. Hier findet man auch Englands erstes und letztes Haus, die erste und letzte Telefonzelle und den ersten und letzten Briefkasten. Und bei gutem und klarem Wetter kann man bis zu den Scilly Inseln sehen.


 Das heißt übrigens "Land's End" auf Cornisch.






Zum Mittagessen haben wir uns eine lokale Spezialität gegönnt: die Cornish Pasty. Eine gefüllte Blätterteigtasche mit Fleisch (meistens Gulasch), Kartoffeln, Karotten und anderen regionalen  Gemüsearten. Sehr lecker....und sehr sättigend. 

Obwohl ich noch nie ein Buch von Rosamunde Pilcher gelesen habe und auch die Filme nie gesehen habe, kenne ich den Namen der Autorin natürlich. Und der Küstenort St. Ives soll in ihren ersten Büchern eine Rolle gespielt haben. Sie lebt auch dort ganz in der Nähe. 
St. Ives ist nach der Heiligen Ia, einer keltischen Missionarin des 5. Jahrhunderts benannt. Viele Jahrhunderte bildeten Bergbau und Sardinenfischerei die Lebensgrundlage der Bewohner. Anfang des 20. Jahrhunderts kamen dann zum ersten Mal aufgrund des milden Klimas Erholungssuchende nach St. Ives. Auch für Künstler ist der Ort ein Paradies, Maler wie William Turner entdeckten das besondere Licht der Bucht für sich. Ihre Werke kann man in der "Tate St. Ives" bewundern. 
Und im Hafen kann man draußen an zig Restaurants und Cafés sitzen und die Seele baumeln lassen. 








Nach diesem herrlichen Tag ließen wir uns das Abendessen im Hotel in Newquay schmecken und gingen dann wieder hinüber zu den Klippen, um den Sonnenuntergang zu genießen




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Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen von der herrlichen Küste in Cornwall. Die Fahrt ging ca. 300 Kilometer weiter in die ehemalige Römerstadt Bath. 
Im Jahre 54 n. Chr. errichteten die Römer hier in ihrem Kurort Aquae Sulis, benannt nach der keltischen Göttin Sul, prachtvolle Thermen. Heute sprudeln 1 Mio. Liter Wasser aus dem Boden, 46 Grad heiß und mit 43 Mineralien versetzt. Dies kann man in den heutigen Roman Baths besichtigen. 



1727 fand man bei Bauarbeiten einen vergoldeten Bronzekopf der Minerva, grub ihren Tempel und römischen Therme aus. Die besseren Kreise Britanniens hatten im 18 Jahrhundert reichlich Muße und Zeit, sich schönen Künsten zu widmen, zu flanieren und nebenbei kleine Wehwehchen auszukurieren. 
In weniger als 100 Jahren wurden unter der Leitung von Richard Nash rund 7000 Häuser gebaut. Der Architekt John Wood entwarf ein städtebauliches Konzept nach dem Vorbild Roms, welches man heute noch an vielen Stellen sehen kann. 







Eine interessante Anekdote erzählte uns die lokale Reiseführerin: Königin Viktoria hat Bath nur ein einziges Mal besucht, da war sie aber noch ein Teenager und noch Prinzessin. Bei einer Veranstaltung sagte jemand, sie hätte ziemlich "stramme Fesseln" (sie war eben ein pummeliger Teenager) und da war sie so beleidigt, dass sie die Stadt nie wieder betreten hat. *g*
Neben den römischen Bädern ist die Bath Abbey natürlich ein Highlight und eine Besichtigung lohnt sich. Diese ist übrigens kostenlos. Nicht selbstverständlich, denn in England gibt es keine Kirchensteuer, dafür muss man aber in fast allen Kirchen und Kathedralen Eintritt bezahlen. Dagegen sind die meisten Museen wiederum kostenlos.





Auch ein Rundgang durch die Stadt lohnt sich, besonders die Altstadt ist sehr interessant. 










Die nächste Nacht verbrachten wir im Hotel Jurys Inn in Swindon. Am nächsten Tag stand Windsor und London auf dem Programm.

Fortsetzung folgt...






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