Seid willkommen in meiner kleinen Welt! Tretet ein und schaut euch um.

Im Prinzip schreibe ich über alles, was mich bewegt, was mir wichtig ist und eine Rolle in meinem Leben spielt. Musik, Filme, Tiere, Mythen, Legenden, Sagen, unsere Reisen und Ausflüge, meine Familienforschung. Und auch einfach mal dummes Zeug. ;-)

Also tretet ein in meine kleine Welt, schaut euch in Ruhe um und wenn es euch gefällt, dann kehrt zurück.



Montag, 20. Juni 2016

Blessed Litha und eine schöne Mittsommernacht


Zur heutigen Mittsommernacht / Sommersonnenwende:


Wenn Licht und Dunkel sich umfangen,
wie zwei Liebende die bangen.
sich berühren im Geheimen,
nächtens ihre Kraft vereinen. 
Wenn ihre Majestät, die Sonne,
hüllt die Welt in gold'ne Wonne,
lädt zum tanz der Vater Mond,
der zeitgleich am Himmel thront. 

Dann ist Mittsommer,
dann ist Mittsommer....

Aus "Mittsommer" von Schandmaul


Da wir heute nicht nur Sommersonnenwende haben, sondern auch Vollmond, passt das Lied von Schandmaul dieses Jahr besonders gut. 

Ich fürchte nur, ich werde nächste Nacht sehr schlecht schlafen. Zum einen wegen des Vollmonds und zum anderen, da es ja nur wenige Stunden richtig dunkel sein wird. Na ja, muss ich durch. 

Jetzt bleibt nur abzuwarten, ob der Sommer denn auch auf den Kalender geschaut hat und sieht, dass er heute mal "in die Hufe" kommen muss, denn schließlich ist heute auch kalendarischer Sommeranfang.







Donnerstag, 16. Juni 2016

Vollmond in der Mittsommernacht

Am kommenden Montag, dem 20. Juni erleben wir den längsten Tag des Jahres und darauf folgt, logischwerweise, die kürzeste Nacht: Mittsommernacht oder Sommersonnenwende. 
Kaum zu glauben, aber danach werden die Tage ganz allmählich und zunächst unbemerkt schon wieder kürzer. Dabei hatten wir doch eigentlich noch gar keinen richtigen Sommer. 

Bei den Kelten wurde Mittsommer, Litha,  auch als das Fest der Eiche gefeiert. Dieser Baum ist in vielen alten Religionen ein heiliger Baum. In der nordischen Mythologie heißt es, dass zu Mittsommer der Eichenkönig gekrönt würde.
Die Eiche symbolisiert auch den Weltenbaum, weil sie mit ihren tiefen Wurzeln und ihrer hohen Baumkrone die obere, mittlere und untere Welt verbindet.
Wie bei den anderen Sonnenfesten im Jahreskreis wird auch an Mittsommer ein Feuer zu Ehren der Sonne entzündet. Mancherorts werden, wie an Ostara, Feuerräder den Berg hinab gerollt.
Noch bekannter ist an Mittsommer aber ein anderer Feuerbrauch: Der reinigende Sprung durch das Feuer.
Litha gehört zusammen mit Beltaine und Samhain zu den Geisternächten, d. h. die Schleier zwischen unserer und der Anderswelt werden dünner. Was bedeutet, dass man das Feenvolk sehen kann. Und dieses ist gerade in dieser Zeit besonders zu Späßen aufgelegt. Aber mit Milch und Honig soll man sie besänftigen können. Passend dazu ist am Montag auch Vollmond. 

Die Christen feiern den Tag übrigens auch....allerdings ein paar Tage später am 24.06. und als Johannistag, das Fest des Hl. Johannes. So geht das heidnische Fest doch nicht ganz verloren.

Dann wollen wir jetzt mal hoffen, dass das Wetter sich ab Montag anpasst, denn es ist auch kalendarischer Sommeranfang. ;-)




Donnerstag, 9. Juni 2016

Urlaub in Südengland, Tag 7 und 8

04. und 05. Juni 2016

Am vorletzten Tag unserer Rundreise ging es von Swindon nach Windsor. Hier steht nicht nur seit 900 Jahren Windsor Castle (das "Wochenendschloss" von Queen Elisabeth), sondern Windsor ist auch ein wunderschönes Städtchen, das einen Besuch lohnt. Und über eine Brücke gelangt man in wenigen Minuten hinüber nach Eton, vor allem natürlich bekannt durch das Eton College. Den Grundstein hierfür legte Henry VI. im Jahr 1441. 






Windsor Castle ist heute das größte ständig bewohnte Schloss der Welt. Es liegt hoch über der Themse auf einem Kalkgesteinausläufer und ist von einem 5000 Morgen großen Park umgeben. Früher gehörte auch der ausgedehnte Windsor Great Forest dazu, wo u. a. Henry VIII. seine Jagden veranstaltete. 
William I. legte im Mittelhof einen Erdwall, genannt "Motte" an, der auch das Gefängnis mit einschloss. Diesen benutzte Henry II. als Abstützung für seinen steinernen Runden Turm. Der "Motte" ist noch in seinem ursprünglichen Zustand erhalten, den Runden Turm ließ George der IV. allerdings aufstocken und ausschmücken.  


Auf meinem Foto weht die Flagge, d. h. also die Queen war an dem Tag in Windsor. 



Auf dem Bild sieht man ganz rechts den heutigen Turm "Mary Tudor" sowie die Ritterquartiere, die Queen Mary I. errichten ließ, nachdem sie nach dem Tod ihres Vaters Henry VIII. Königin von England wurde. Der Turm vorne ist der rechte des Normannentors. 


Hier sieht man den Curfew Turm und die Schlossmauer an der Thames Street. Errichtet wurde der Turm in der Zeit von Henry II. Ende des 12. Jahrhunderts. Henrys Sohn John unterzeichnete im Jahr 1215 die Magna Charta. 







Oben noch einmal der Blick auf den Runden Turm, diesmal von Eton aus gesehen. 
Und unten das "Viktoria Memorial", die Statue von Königin Viktoria vor dem Schloss. Diese wurde zu Ehren ihres fünfzigsten Kronjubiläums im Jahre 1887 errichtet. 



Der Eintritt ins Schloss mit oder ohne Führung kostet übrigens pro Person 20 Pfund. Und die Wartezeit angesichts der Schlange an der Kasse kann sehr lang werden. Das waren zwei Gründe, warum wir uns dieses Mal das Schloss nur von außen angesehen haben. Ein bisschen schade fand ich das schon, da mich das alles sehr interessiert hätte, aber wer weiß....Windsor ist ja nicht aus der Welt. ;-)

Von Windsor aus führte uns die Tour dann weiter nach London und mit dem Bus ging es zu einer Stadtrundfahrt durch die britische Metropole. Diese endete dann an der Themse am Tower und der Tower Bridge. 


Die Royal Albert Hall entstand kurz nach dem frühen Tod von Königin Viktorias Prinzgemahl Albert. Ihm zu Ehren wurde auch das Albert Memorial am Rande des Hyde Park errichtet. Viktoria selbst wählte den Entwurf des Architekten Sir George Gilbert Scott aus. 

Der "Big Ben" genannte Turm der Houses of Parliament. Was ja eigentlich nicht richtig ist, denn eigentlich heißt nur die Glocke so. Aber wir wollen mal nicht so genau sein ;-)
 Die Fassade des berühmten Kaufhauses Harrods im Stadtteil Knightsbrige
 Noch einmal eine Statue von Prinzgemahl Albert, dieses Mal vor der Royal Albert Hall.
Oben der Brunnen am Picadilly Circus.

Unten die Westminster Abbey. Eine britische Krönungskirche, die eng mit der Geschichte des Landes verknüpft ist. Wie fast alle britischen Monarchen nach ihm wurde auch William the Conqueror hier 1066 zum König gekrönt. Auch die meisten königlichen Hochzeiten und Trauerfeierlichkeiten finden hier statt. Bis 1760 blieb die Westminster königliche Grablege, danach wurden die Monarchen auf dem Gelände von Schloss Windsor beigesetzt. 


 Das wohl kleinste Haus von London, zumindest das kleinste Teehaus. 

Und hier der berühmt, berüchtigte Tower of London. Dieser geht ebenfalls zurück auf William the Conqueror, 1066 war es allerdings noch ein Holzfort. Zwölf Jahre später begann William die hölzerne in eine steinerne Anlage umzubauen. Der älteste Teil ist der White Tower. Unter Edward I. bekam der Tower dann in der Wende vom 13. zum 14. Jh. in etwa das Aussehen, das wir heute kennen. 
Im Laufe der Jahrhunderte waren hier viele Leute von Rang und Namen eingekerkert, darunter auch Prinzen, Könige und Königinnen. Natürlich fallen einem da direkt König Henry VIII. und seine sechs Frauen ein. Oder Jane Grey, die "Königin für 9 Tage". Im Wakefield Tower wurde während der Rosenkriege König Henry VI. ermordet und im Bloody Tower geschah der Mord an beiden Söhnen von Edward IV. Bis heute ist nicht zweifelsfrei geklärt, ob tatsächlich ihr Onkel Richard III. hierfür verantwortlich ist, aber es wird vermutet, da er ihnen die Thronfolge neidete.  
Unten noch einmal der White Tower. 



Die London Bridge, hier wurden die Köpfe der Hingerichteten 
auf Pfählen aufgespießt und als Mahnung für alle aufgestellt. 
Die St. Paul's Cathedral. Der heutige Kirchenbau wurde nach dem Großen Brand von 1666 von Christopher Wren errichtet, aber schon seit dem Jahr 604 war hier eine Gebetsstätte. 

Unten seht ihr Whitehall. Heute findet man hier alle wichtigen Ministerien. Seinen Namen verdankt Whitehall einem früheren Königspalast, der sich bis 1698 hier befand. Es war eine Hauptresidenz der Tudor- und Stuart-Monarchen. 




Und zum Schluss natürlich noch die Tower Bridge, die hier nicht fehlen darf. Sie wurde 1886-94 erbaut und ist eine Zugbrücke. 

Ja, das war es dann mit unserer Rundreise. Am Sonntag, dem Abreisetag, machten wir noch auf dem Weg zur Fähre einen Stopp am Dover Castle.







Wie man sich denken kann, war das ein traumhafter Urlaub und wir waren mit Sicherheit nicht zum letzten Mal auf der Insel. Wenn ich Highlights nennen sollte, dann sind das eindeutig die Klippen von Newquay in Cornwall, das Dartmoor, Salisbury, Bath und Windsor.



Mittwoch, 8. Juni 2016

Urlaub in Südengland, Tag 5 und 6

02. - 03. Juni 2016

Heute stand eine kleine Rundreise durch das schöne Cornwall auf dem Programm. Unterwegs erzählte uns der ortsansässige Reiseleiter Robert (wieder ein Deutscher, der nun in England lebt), dass Cornwall historisch und kulturell gesehen eigentlich gar nicht zu England gehört, denn hier siedelten sich seinerzeit die Kelten an. Der Ursprung ist also gar nicht englisch. Und es gibt sogar eine eigene Sprache: Cornisch. Leider gibt es heute nur noch sehr wenige, die dies sprechen. Aber dank der EU gibt es ein Förderprogramm in den Schulen für alte Sprachen und das Cornische gehört dazu. Also wenn England sich dafür entscheiden sollte, aus der EU auszuscheiden, dann ist es mit dieser Förderung wohl bald vorbei....aber das ist ein anderes Thema. Allerdings eines, dass die Engländer im Moment sehr beschäftigt.

Unser erster Halt war heute der St. Michael's Mount, ein 70 Meter hoher Inselberg vor der Küste des Städtchens Marazion. Bei Ebbe kann man über einen Granitdamm hinüber gehen. Die Ähnlichkeit zum Mont St. Michel in der Normandie kommt nicht von ungefähr, denn der Mount in England wurde kurz nach der Eroberung durch William den Benediktinern des französischen Klosters als Tochterhaus unterstellt. Während der Herrschaft von Henry VIII im Zuge seiner Reform wurde das Kloster aufgehoben wie so viele andere im Land. Heute gehört sie der Familie St. Aubyn und kann besichtigt werden. An diesem Tag war es ziemlich diesig, deswegen ist das Bild leider ziemlich etwas dunkel geworden.




Weiter ging es durch den Ort Penzance. Einst war es Exporthafen für die Bodenschätze Cornwalls wie Zinn und Kupfer. Heute ist es ein Seebad mit einer langen Promenade am Sandstrand westlich des Hafenbeckens.





Das nächste Ziel war das Minack Theatre, ein Amphitheater mitten in den Klippen bei Porthcurno. 1932 wurde es eröffnet. Schon alleine die Aussicht lohnt den Aufstieg. Man kann aber auch mit dem Auto hinauffahren. 






Nur ein paar Kilometer weiter ist das westliche Ende von England: Land's End. Ein Ort auf den Klippen, der sich lohnt. Hier findet man auch Englands erstes und letztes Haus, die erste und letzte Telefonzelle und den ersten und letzten Briefkasten. Und bei gutem und klarem Wetter kann man bis zu den Scilly Inseln sehen.


 Das heißt übrigens "Land's End" auf Cornisch.






Zum Mittagessen haben wir uns eine lokale Spezialität gegönnt: die Cornish Pasty. Eine gefüllte Blätterteigtasche mit Fleisch (meistens Gulasch), Kartoffeln, Karotten und anderen regionalen  Gemüsearten. Sehr lecker....und sehr sättigend. 

Obwohl ich noch nie ein Buch von Rosamunde Pilcher gelesen habe und auch die Filme nie gesehen habe, kenne ich den Namen der Autorin natürlich. Und der Küstenort St. Ives soll in ihren ersten Büchern eine Rolle gespielt haben. Sie lebt auch dort ganz in der Nähe. 
St. Ives ist nach der Heiligen Ia, einer keltischen Missionarin des 5. Jahrhunderts benannt. Viele Jahrhunderte bildeten Bergbau und Sardinenfischerei die Lebensgrundlage der Bewohner. Anfang des 20. Jahrhunderts kamen dann zum ersten Mal aufgrund des milden Klimas Erholungssuchende nach St. Ives. Auch für Künstler ist der Ort ein Paradies, Maler wie William Turner entdeckten das besondere Licht der Bucht für sich. Ihre Werke kann man in der "Tate St. Ives" bewundern. 
Und im Hafen kann man draußen an zig Restaurants und Cafés sitzen und die Seele baumeln lassen. 








Nach diesem herrlichen Tag ließen wir uns das Abendessen im Hotel in Newquay schmecken und gingen dann wieder hinüber zu den Klippen, um den Sonnenuntergang zu genießen




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Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen von der herrlichen Küste in Cornwall. Die Fahrt ging ca. 300 Kilometer weiter in die ehemalige Römerstadt Bath. 
Im Jahre 54 n. Chr. errichteten die Römer hier in ihrem Kurort Aquae Sulis, benannt nach der keltischen Göttin Sul, prachtvolle Thermen. Heute sprudeln 1 Mio. Liter Wasser aus dem Boden, 46 Grad heiß und mit 43 Mineralien versetzt. Dies kann man in den heutigen Roman Baths besichtigen. 



1727 fand man bei Bauarbeiten einen vergoldeten Bronzekopf der Minerva, grub ihren Tempel und römischen Therme aus. Die besseren Kreise Britanniens hatten im 18 Jahrhundert reichlich Muße und Zeit, sich schönen Künsten zu widmen, zu flanieren und nebenbei kleine Wehwehchen auszukurieren. 
In weniger als 100 Jahren wurden unter der Leitung von Richard Nash rund 7000 Häuser gebaut. Der Architekt John Wood entwarf ein städtebauliches Konzept nach dem Vorbild Roms, welches man heute noch an vielen Stellen sehen kann. 







Eine interessante Anekdote erzählte uns die lokale Reiseführerin: Königin Viktoria hat Bath nur ein einziges Mal besucht, da war sie aber noch ein Teenager und noch Prinzessin. Bei einer Veranstaltung sagte jemand, sie hätte ziemlich "stramme Fesseln" (sie war eben ein pummeliger Teenager) und da war sie so beleidigt, dass sie die Stadt nie wieder betreten hat. *g*
Neben den römischen Bädern ist die Bath Abbey natürlich ein Highlight und eine Besichtigung lohnt sich. Diese ist übrigens kostenlos. Nicht selbstverständlich, denn in England gibt es keine Kirchensteuer, dafür muss man aber in fast allen Kirchen und Kathedralen Eintritt bezahlen. Dagegen sind die meisten Museen wiederum kostenlos.





Auch ein Rundgang durch die Stadt lohnt sich, besonders die Altstadt ist sehr interessant. 










Die nächste Nacht verbrachten wir im Hotel Jurys Inn in Swindon. Am nächsten Tag stand Windsor und London auf dem Programm.

Fortsetzung folgt...