Seid willkommen in meiner kleinen Welt! Tretet ein und schaut euch um.

Im Prinzip schreibe ich über alles, was mich bewegt, was mir wichtig ist und eine Rolle in meinem Leben spielt. Musik, Filme, Tiere, Mythen, Legenden, Sagen, unsere Reisen und Ausflüge, meine Familienforschung. Und auch einfach mal dummes Zeug. ;-)

Also tretet ein in meine kleine Welt, schaut euch in Ruhe um und wenn es euch gefällt, dann kehrt zurück.



Montag, 31. Dezember 2012

Silvester - Die 8. Rauhnacht

Seit Einführung des Gregorianischen Kalenders 1582 ist der 31.12. der letzte Tag des Jahres. Dieser Tag ist dem römischen Bischof Silvester gewidmet, um seines Todestages zu gedenken. Silvester begleitete den Übergang von einer Phase, in der die Christen verfolgt wurden, in eine neue Phase, in der das Christentum unter Kaiser Konstantin zur Staatsreligion erklärt wurde.
Jeder Übergang eröffnet neue Möglichkeiten, Dinge zu verändern, sie neu zu formen, sie anders zu gestalten. 

Bräuche und Riten um Silvester

  • Man soll die Nacht im Kreise seiner Lieben verbringen. Dies ist ganz wörtlich zu nehmen, da der Kreis die Menschen schützt.
  • Man soll gute Vorsätze für das neue Jahr fassen und schauen, was sich im alten Jahr hat und was nicht
  • Diese Nacht steht für die Austreibung böser Geister und die Vertreibung des Geistes des alten Jahres. In vielen Gegenden ist es Brauch, die Wohn- und Arbeitsräume, die Stallungen und den Hof mit geweihtem Räuchwerk zu räuchern, um Dämonen auszutreiben. Wer dies erst am Neujahrstag tut, könnte das neue Glück mit hinausfegen...
  • Rote Unterwäsche zu tragen, verheißt glückliche Liebesstunden im neuen Jahr *g*
  • Vom Silvesteressen sollte bis Neujahr etwas übrig bleiben, weil das verheißt, dass man im neuen Jahr genug zu essen hat
  • Es ist günstig, ein paar der Speisen mit den Naturwesen zu teilen. Man bringt einen kleinen Teller davon hinaus und stellt ihn an die Wurzeln eines Obstbaumes, damit die Fülle ins neue Jahr einziehen kann
  • Um Mitternacht wurden früher lärmende Umzüge veranstaltet, um das Alte zu vertreiben. Heutzutage gibts es stattdessen die Feuerwerke.
  • Oft wird auch orakelt an Silvester. Man schaut in die Karten oder gießt Blei. Dann werden die gegossenen Figuren gedeutet. Das sollte man allerdings nicht in geschlossenen Räumen machen, denn der Gestank und und Qualm ist nicht so toll. ;-)
  • Und nicht vergessen: Träume, die man in der Silvesternacht träumt, gehen in Erfüllung.
 Der Neujahrstag war früher übrigens der Tag der Narren, Priester und Bürger. Man maskierte sich und trieb Unfug. Dieser Brauch wurde später in den Februar bzw. auf das Fastnachtsfest verlegt. 

Quelle: Das Geheimnis der Rauhnächte von Jeanne Ruland

In diesem Sinne wünsche ich euch einen guten Start ins neue Jahr. Mögen all eure Wünsche und Träume in Erfüllung gehen und mit Glück und Gesundheit gesegnet sein. 

Freitag, 28. Dezember 2012

Das Räuchern in den Rauhnächten

Geräuchert wird in einem feuerfesten Gefäß. Früher wurde Glut aus dem Herd in das Gefäß gelegt, heute kann man Räucherkohle verwenden.
Dann gibt man je nach Sinn und Zweck verschiedene Räucherstoffe auf die Glut.

  • Salbei hat eine starke feinstoffliche Reinigungskraft
  • Kampfer löscht alte Informationen im Haus
  • Weihrauch bringt Segen, Erhöhung der Energie
  • Wacholder vertreibt alle negativen Einflüsse, Krankheitsgeister und Dämonen
  • Thymian reinigt und stärkt die Energie der Räume
  • Styrax gibt Wärme und Geborgenheit, öffnet für die Liebe

Nach dem Räuchern einen schönen Duft oder einfach Quellwasser versprühen. Wasser bindet den Rauch und klärt schneller die Atmosphäre.

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Die Rauhnächte - Aberglaube und Volksmund

Unordnung und Dreck ziehen die Wilden an und verursachen Krankheit und dunkle Gefühlempfindungen. Vor dem Beginn der Rauhnächte sollte man daher gründlich aufräumen. 

In den Rauhnächten bewegt sich das Chaos in eine neue Ordnung hinein. Alle Räder sollten stillstehen. So wurde in dieser Zeit nicht gesponnen, gewaschen oder gemahlen. Alle Räder, die sich normalerweise drehen, werden abgestellt, weil sich in dieser Zeit das Schicksalsrad dreht.

Zwischen Weihnachten und Neujahr soll nicht gewaschen und ausgemistet werden. Das kann Unglück und Tod bringen.

Kinder, die an einem Samstag oder Sonntag während der Rauhnächte geboren werden, sollen magische Fähigkeiten besitzen. Sie sind geistersichtig, können in die Zukunft sehen, bringen Glück und können sehr reich werden.

In den Rauhnächten ist es auch nicht erlaubt, mit Karten oder um Geld zu spielen. Viele Geschichten und Legenden ranken sich um Menschen, die das Spielverbot missachteten und dadurch unheimliche Begegnungen hatten, die ihnen fast den Verstand raubten.

Wer die Türen zuknallt, hat im neuen Jahr mit Blitz und Unfrieden im Haus zu rechnen.

Wer Bettzeug und Wäsche im Freien lüftet, hat mit Krankheiten zu rechnen, da sich die Wilden, die in diesen Nächten umherziehen, in der Bettwäsche verfangen.

Wer sich in den Rauhnächten die Haare und Nägel schneidet, muss im Neuen Jahr mit Kopfschmerzen und Nagelentzündungen rechnen.

Wer sich Dinge geliehen hat, sollte diese bis zu den Rauhnächten zurückbringen und wer etwas verliehen hat, sollte es zu den Rauhnächten wiederbekommen. Ansonsten ist im Neuen Jahr mit Energieverlust und Krankheiten zu rechnen.

Träume gehen in Erfüllung. Werden sie in der ersten Nachthälfte bis Mitternacht geträumt, so erfüllen sie sich in der ersten Monatshälfte des jeweiligen Rauhnachtsmonats. Träume der zweiten Rauhnachtshälfte beziehen sich auf die zweite Monatshälfte. 

Heilkräuter wirken in dieser Zeit besonders stark und sollten verstärkt zum Einsatz kommen.

Stirbt jemand in dieser Zeit, wird es im darauffolgenden Jahr zwölf weitere Sterbefälle in der näheren Umgebung geben.

Wenn Hunde in den Rauhnächten bellen, ist diese eine Bestätigung, dass der Gedanke, der gerade gedacht wurde, richtig ist. Bellt ein Hund allerdings um Mitternacht, so wird jemand sterben.

Viel Wind in den Rauhnächten kündigt ein unruhiges Jahr an. Viel Neben steht für alte Dinge, die bereinigt werden wollen und kündigt ein nasses Jahr an. Helles und klares Wetter, bedeutet warme, trockene und gute Zeiten.

Viele Eisblumen an den Fenstern, Reif oder Schnee auf den Bäumen deuten auf ein ertragreiches Jahr hin.

Besen sollten in den Rauhnächten gebunden werden, weil man mit ihnen Krankheitsdämonen und böse Geister aus dem Haus fegen kann. 


Räucher am 21.12., 24.12., 31.12. und 5.1.
erbitte den Segen für Haus und Hof
und für alle die dort wohnen.
Vertreibe die Geister und Dämonen,
das Räuchern kann sich wirklich lohnen.

(Quelle: Das Geheimnis der Rauhnächte von Jeanne Ruland)


Mehr zum Räuchern gibt's  beim nächsten Mal 



Montag, 24. Dezember 2012

Heiligabend - Die Weih(e)-Nacht am 24. Dezember

Das Ende der Adventszeit ist da, wir sind angekommen. Heute ist der Heilige Abend. 


"Nimm die Erlösung und den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit an. Du bist gesegnet und geliebt. Das strahlende Lichtkind in der Krippe verbindet dich mit dem göttlichen, strahlenden Lichtkind in dir."
Jeanne Ruland

Heute ist auch die erste Rauhnacht, sie steht symbolisch für den Monat Januar des kommenden Jahres. 
Zündet für alle, die Ihr liebt, ein Licht an und segnet es von ganzem Herzen. Macht auch der Natur ein Geschenk. Körner für die Vögel, Wasser, Milch, Räucherstäbchen, Brot oder Ähnliches. 
Legt das Geschenk mit guten Wünschen an die Wurzeln eines Baumes.
Lasst ein Nachtlicht für die Ahnen brennen, die vor euch da waren und den Weg geebnet haben.

Ich wünsche euch ein Frohes Fest, wie auch immer Ihr es feiert. Genießt die Tage im Kreise euer Familie und Freunde und habt eine schöne Zeit.





Sonntag, 23. Dezember 2012

Mystische Wesen der Rauhnächte Teil 2

Das wilde Heer
Es zeigt sich dem Menschen meist beim Schlafen oder kurz vor dem Aufwachen. Eigenartig verkrüppelte, bucklige, verzerrte, manchmal auch verführerische Wesen zeigen sich allein oder in Gruppen, wirken erschreckend, furchterregend oder leidend und bitten um irgendetwas, das ihnen zu fehlen scheint. 

Hausgeister
Die Geister von Orten und Häusern sind in diesen Nächten sehr aktiv. Früher legte man ihnen Dankesgaben in den Garten oder auf den Dachboden.

Die Befana-Fee
Sie fliegt auf der Suche nach dem Jesuskind von Haus zu Haus, bringt Geschenke, spukt umher, belohnt und bestraft. Heute erscheint Befana oft als gute Fee, die die Erfüllung der Wünsche im neuen Jahr vorbereitet.

Engel, Schutzengel und Erzengel
In der Weihnachtszeit und der Zeit danach sind die Engel uns besonders nah, um der Erde und den Menschen bei der Wende, der Umkehr zu helfen. Es ist eine gute Zeit, um mit ihnen in Kontakt zu treten, dammit sich auch im persönlichen Leben ein Umschwung hin zum Guten vollziehen kann.

Hexen
Traditionell werden sie als bucklige, zauberkundige alte Frauen dargestellt. Sie werden von schwarzen Katzen begleitet oder ziehen - auf Besen reitend - durch die Lande um Glück oder Unglück, Krankheit, Flüche, Prüfungen oder Einweihungen im neuen Jahr anzukündigen.

Unerlöste Seelen
Sie zeigen sich so, wie sie gestorben sind: mit einem Messer in der Brust, dem abgeschlagenen Kopf unterm Arm, einer Schlinge um den Hals. Blutüberströmt oder mit schmerzverzerrtem Gesicht irren sie umher, um Erlösung zu finden. Man findet sie meist um Mitternacht an unheimlichen, verwunschenen Orten wie Burgruinen, Wegkreuzungen, Friedhöfen, Sümpfen und Hinrichtungsstätten.

Heute ist der 23. Dezember, was bedeutet, dass morgen die 1. Rauhnacht ist. Zur Vorbereitung sollte man aufräumen und putzen, Räucherwerk besorgen, Essen für Vögel und andere Tiere bereitstellen, alle geliehenen Sachen zurückgeben, Schulden begleichen und Rechnungen bezahlen.

Und hier ein musikalischer Tipp für die Rauhnächte:
 
 



Samstag, 22. Dezember 2012

Mystische Wesen der Rauhnächte Teil 1

Mystische Wesen der Natur
erscheinen deutlich in dieser Zeit
mache dich für so manche Begegnung bereit
Fantasie und Realität verschwimmen
werden eins mit allem in den heiligen Hallen.
Versunkene Stätten tauchen empor
Schätze lodern aus der Erde hervor
Naturgeister erscheinen in den verschiedenen Gestalten
wollen dich prüfen und mit dir walten
Teilst du dein Brot, vergisst du sie nicht,
kann das haben großes Gewicht.
Dämonen ziehen durch die Gassen
schneiden die wildesten Grimassen
Gefangen, gebannt in alten Dingen,
bist du mit den elementaren Kräften am Ringen.
Viel Lärm um nichts, lautes Getöse.
Altes vergeht - neues entsteht.
Mögest du beschützt durch diese Zeit gehen
und den Ausblick auf das neue erspähen.
Nimm das Glück und den Segen in dich auf
und lenke ihn in den weiteren Segensverlauf

In der Zeit der Rauhnächte stehen sämtliche Dimensionstore zu anderen Welten offen. Die Tore in die untere Welt sind Tore der Kraft, der Ahnen, der verdrängten Schattenthemen. 
Die Tore zur mittleren Welt sind die Fäden unserer Energie, die wir ausgesandt haben, um anderen Menschen Liebe, Freude und Segen zu bringen.
Die Tore der oberen Welt sind die Tore der Engel und Lichtwesen, der Naturkräfte, der Meister und Helden, die den Weg der Erde vor uns gegangen sind und von dort aus der Ewigkeit wirken. 

Im Folgenden möchte ich euch ein paar der mystischen Wesen der Rauhnächte vorstellen:

Schwarze Hunde
Sie bewachen die Eingänge in die Welt der Toten und Untoten. Der Schwarze Hund kann sich als solcher zeigen oder auch als Missgestalt mit drei Köpfen. Er erscheint oft um Mitternacht auf Kreuzwegen. Hundgebell zur Mitternachtsstunde kann den Tod eines Familienmitgliedes oder eines Freundes ankündigen. zudem meldet er Geister und Tote an, die noch keinen Frieden gefunden haben.

Der Alb oder Drudendrucker
Er schleicht bei Nacht in das Schlafgemach, setzt sich auf die Brust des Schlafenden und verursacht Albträume.

Nebelfrauen und Irrlichter
Als Nebelfetzen zeigen sich gebannte Seelen, um Lebende in die Irre und ins Verderben zu führen. 

Wichtel und Winterelfen
Die kleinen Helfer sausen überall herum und bereiten anderen unerkannt Freude und Glück. Auch bei uns Menschen wird in der Vorweihnachtszeit immer mehr gewichtelt: Still und heimlich macht man anderen eine Freude.

Quelle: Das Geheimnis der Rauhnächte von Jeanne Ruland

Beim nächsten Mal gehts weiter ;-)


Donnerstag, 20. Dezember 2012

20. Dezember - Vorbereitung auf die Julnacht

Nur noch ein paar Tage, dann ist Weihnachten. So langsam sollte man sich über den Weihnachtsbaum Gedanken machen und den Schmuck vielleicht schon mal hervorholen.
Weihnachtskugeln sind Teil eines sehr alten Brauchs. Früher waren es Äpfel und Nüsse, die an die immergrünen Bäume gegeben wurden, als Dank für das vergangene Jahr, als Segen für die Gegenwart und als Geschenk an den Weg, der vor den Menschen lag. Der Vorläufer der Weihnachtskugel ist der Apfel, der später vergoldet und schließlich zur Kugel wurde.
In der Julnacht können wir an unsere Liebsten und nächststehenden Menschen selbst bemalte Weihnachtskugeln mit guten Wünschen laden und verschenken. Der Gestaltung sind keine Grenzen gesetzt. Oder wir nehmen eine der vielen wunderbar verzierten Kugeln, die es auf den Weihnachtsmärkten gibt. 
Verschenke an alle, die du liebst, eine Segenskugel. Du wirst sehen, dass es ein ganz anderes Gefühl ist, eine Kugel von einem geliebten Menschen am Baum zu haben.

Doch welche Farbe hat welche Symbolik?

Gold: Segen und Weisheit
Rot: Tatkraft und Energie
Grün: Heilung Gesundheit
Blau: Schutz und Geborgenheit
Orange: Lebensfreude und Kraft

Es gibt viele Bräuche in der Julnacht, die im Christentum auch Thomasnacht genannt wird (nach dem Apostel Ungläubiger Thomas), wie z.B. das Durchsitzen oder Durchspitzen. Hierbei geht man davon aus, dass es in dieser Nach möglich ist, in die Zukunft zu sehen und das Schicksal neu zu weben. 

Eine weitere alte Bezeichnung für die Wintersonnenwende ist Alban Arhtuan, was soviel bedeutet wie "Das Licht des Arthurs". Für die Druiden war dies ein Fest, bei dem rituell die Trauer über den scheinbaren Tod des Lichts zum Ausdruck gebracht wurde. Das Wunder ist geschehen, das Licht ist wiedergeboren.

Wintersonnenwende
Sonnenlicht das Leben spende
Hoffnung, kehr zurück in unsere Stube
Wende das Schicksal, beende die Nacht
Sonne, hilf, dass unser Bewusstsein erwacht
Sonne, scheine tief in uns hinein
 
 


Mittwoch, 19. Dezember 2012

Die Rauhnächte - Ein geschichtlicher Einblick Teil 3

Heute entdecken wir die scheinbar vergessenen alten, heidnischen Riten neu, die alten Wurzeln werden wieder erkennbar und leuchten unter den gängigen, auch sehr schönen christlichen Weihnachtsritualen hervor. Ein globales Erwachen findet statt. Die weibliche Kraft kehrt in ihrer Vollständigkeit an ihren Platz ebenbürtig  neben der männlichen Kraft zurück. 

Fast alle Feste, die wir im Jahreskreis feiern, sind letztendlich in die großen, kosmischen Ereignisse der Natur eingebunden und man kann sie auf unterschiedlichste Weise feiern. 
Sich mit der Natur zurückzuverbinden ist heute wichtiger denn je, denn wir sind im Begriff uns durch die Entfremdung  von den natürlichen Zusammenhängen die Lebensgrundlage zu entziehen. Durch die Entehrung der Erde, haben wir uns von dem, was uns trägt, versorgt und nährt. entfernt. 
Auch wenn wir dieses Mysterium, das wir jedes Jahr wiedererleben, feiern, wird sich nichts, verändern, wenn das Licht nicht auch in uns eingeht und wir uns von innen her erneuern und in die Unsterblichkeit unserer geistigen Natur und unseres Seins erwachen. 

Die Zeit der Rauhnächte bietet eine wunderbare Gelegenheit, zu jenem geistigen Platz, an dem die Materie ihren Ursprung nimmt, zurückzukehren.

Dienstag, 18. Dezember 2012

Die Rauhnächte - Ein geschichtlicher Einblick Teil 2

Zur Wintersonnenwende gab die Rückkehr des Lichts Hoffnung und Kraft in einer Zeit, in der die harten, langen und kalten Wintermonate noch bevorstanden. Man feierte dieses Fest ausgelassen und hielt in den Tagen danach, mit seinen Verwandten und Freunden Rückschau und Ausschau auf das kommende Jahr. Den Naturgeistern wurden Speisen dar gebracht, man teilte seine Vorräte miteinander und sprach mit der Natur und den Tieren. Viele Rituale und Bräuche aus dieser Zeit zielten darauf ab, sich für die bevorstehende Zeit Mut zu machen, Kraft zu tanken, die Naturgewalten gnädig zu stimmen.
Märchen, Legenden, Geschichten und Erlebnisse wurden am Feuer miteinander geteilt und an die Kinder weitergegeben.
Die Wilde Jagd, das Gefolge Odins oder Wotans, das ausgestorbenen, nicht erlösten Seelen und wilden Gesellen des kleinen Volkes bestand, zog in den rauen Winternächten umher, um die Menschen zu prüfen und zu erschrecken, aber auch um Gerechtigkeit und Ausgleich zu üben. 

Mit der Verbreitung des Christentums in Europa wurden den heidnischen Bräuchen und Ritualen ein christliches Gewand gegeben, so dass das Volk seine Riten nicht aufgeben musste und sich besser mit dem neuen Glauben identifizieren konnte.
So wurden aus den acht Jahresfesten, in denen die Große Göttin, die Erde, die Sonne und der Himmelsgott geehrt wurden, christliche Festen, die das Leben Jesu nachvollziehbar machen sollten, jedoch eine ähnliche Symbolik wie die ursprünglichen heidnischen Feste besaßen. Dies wurde nach und nach in diversen kirchlichen Konzilen und von den Herrschern der damaligen Zeit wenn notwendig auch mit Gewalt und unter Androhung der Todesstrafe umgesetzt.

Die Rauhnächte waren auch die Weihe-Nächte. Im 8. Jahrhundert nach Christi wurde das Fest der Weihenächte dann zum christlichen Weihnachtsfest. Karl der Große erklärte es zum kirchlichen Hochfest der Geburt Christi und verbot unter Todesstrafe das Ausführen der alten Riten.

Viele Bräuche haben überlebt, weil sie in die kirchlichen Riten mit eingebunden werden und von Generation zu Generation in Form von Geschichten und Legenden weitergegeben wurden. Zum Beispiel der heidnische Brauch, in den Weihenächten einen immergrünen Tannenbaum als Symbol des ewigen Lebens aufzustellen. Oder das Lärmmachen an Silvester und das Räuchern am 6. Januar. Viele Bräuche sind allerdings verloren gegangen aufgrund der Androhung der Todesstrafe bei weiterer Ausführung. 


(Quelle: Das Geheimnis der Rauhnächte von Jeanne Ruland)



Montag, 17. Dezember 2012

Die Rauhnächte - Ein geschichtlicher Einblick Teil 1

Die Wintersonnenwende war europaweit ein wichtiges Ereignis und die Nächte danach waren heilig. 

Die Winter in Europa konnten früher sehr lang und hart sein, wenn die Vorräte zur Neige gingen, das Feuerholz nicht reichte und man keine Möglichkeit hatte, Nahrung in der Natur zu finden. Nicht selten war das Leben damals ein Überlebenskampf und man wusste nicht, ob man den Winter überlebte.
Raub- und Heerzüge wurden besonders für die langen Wintermonate geplant, so dass unsere Vorfahren Angst vor Überfällen, Raubzügen, Mordbränden und Hunger haben mussten. Dabei wurden oft ganze Dörfer zerstört.
Die "Wilde Jagd" war also nicht nur ein Begriff der Mythologie, sondern oft ein allzu reales, grausames Ereignis, das Verlust, Krankheit und Tod mit sich brachte, sich in das Gedächtnis der Menschen einbrannte und bis heute im Gedächtnis der Menschen erhalten geblieben ist.

Unsere Vorfahren hatten auch nicht die Möglichkeit künstliches Licht zu nutzen und waren dadurch viel stärker in den Rhytmus der Naturgeschehnisse eingebunden. Sie waren auf Nächstenliebe, Gnade und Mitgefühl angewiesen. Das Brot miteinander zu teilen, war in dieser Zeit oft notwendig zum Überleben.

So ist es nicht verwunderlich, dass sich zu jener Zeit die Feste im Jahreskreis nach den kosmischen Ereignissen und dem Geschehen in der Natur auszurichten. Man war mit der Natur und ihren Kräften, ihren Wesen verbunden und die Schleier zwischen den Welten waren zu manchen Zeiten sehr dünn. Menschen und Naturgeister lebten und feierten im Einklang, um die Lebensgrundlage zu ehren und zu erhalten, Hoffnung zu schöpfen und Kraft zu gewinnen. 

Tag- und Nachtgleiche im Frühling und Herbst sowie Sommer- und Wintersonnenwende waren überaus wichtig im Jahr. 

Mehr dazu beim nächsten Mal...


(Quelle: Das  Geheimnis der Rauhnächte von Jeanne Ruland)


Ein Gedicht zur Wintersonnenwende

Dezember, auch Christmond und Julmond genannt,
ist der Monat der Sonnenwende.
Er ist mit dem kürzesten Tag verwandt.
Sehr kühl reicht er uns seine Hände.

Der Winter hält Einzug in vielen Ländern,
bringt Kälte und Frost, Eis und Schnee.
Natur wird verziert mit kristallweißen Bändern.
Im Raureif steht die alte Allee.

Dezember - Zeit der Bräuche und Feste,
der Stille und Besinnlichkeit,
der feinen Genüsse - allerbeste,
der Freude und Behaglichkeit.

Er ist ein Monat der Besonderheiten,
mit Adventszeit und dem Nikolaus,
mit Wünschen und mit Heimlichkeiten.
Geschmückt stehen Tanne und Haus.

Dezember strahlt in festlicher Pracht,
der Himmel leuchtet sternenklar.
Posaunen verkünden die frohe Weihnacht.
Silvester begrüßt das neue Jahr.

Von: Elisabeth Kreisl

Sonntag, 16. Dezember 2012

Die Rauhnächte

Hörst du das Raunen in der Nacht,
raue Tage sind entfacht.
Der Tag ist kurz, die Nacht ist lang.
kalt, hart, still liegt alles da.
Werde des Unsichtbaren gewahr.
Frösteln, schauern, sich still zusammen kauern 
in der Stille offenbart sich leise
der Samen für die Weiterreise.
Mond und Sternenlicht dich führen,
öffnen dir verborgene Türen.

Ein Mondjahr, also zwölf ca. 28-tägige Mondzyklen, besteht aus 354 Tagen. Bis zu den 365 Tagen des Sonnenjahres fehlen demnach zwölf Nächte. Diese Nächte gelten als mystisch und magisch. Das Schicksal kann neu ausgehandelt  und die Zukunft vorausgesagt und beschwört werden. Das Naturgeistervolk zieht aus, um in diesen Nächten die Kräfte neu zu weben und zu verändern. In den meisten Regionen beginnen die Rauhnächte in der Nacht des Heiligen Abends und enden mit dem Dreikönigstag am 6. Januar.

Daher kommt auch die Bezeichnung "Zwischen den Jahren".

(Quelle: Advents- und Weihnachtsrituale von Jeanne Ruland)


Freitag, 14. Dezember 2012

Wintersonnenwende - Noch 1 Woche durchhalten

In einer Woche ist es soweit. Der 21. Dezember. Nein, ich meine nicht den von den Mayas angekündigten Weltuntergang.

Ich meine die Wintersonnenwende. Mittwinternacht. Oder auch Yulnacht.

Die Rauhnächte werden von diesem sich ewig wiederholenden Naturereignis eingeleitet. In dieser dunkelsten und längsten Nacht des Jahres wird das Licht wiedergeboren.
Der 22. Dezember bedeutet Stillstand und Einheit. 
Der 23. Dezember steht für Dualität und Fruchtbarkeit.
Der 24. Dezember stellt dann die endgültige Wende dar, denn erst nach drei Intervallen vollzieht sich der Umschwang der Erdachse und das strahlende Kind - das Licht - ist geboren. 

Mittwinter ist ein Fest der Sonne und der Erde. Es ist eine Zeit der Einkehr, der Stille, der Weihung und Segnung für das, was sich uns im neuen Jahreszyklus offenbaren wird. 
In frühen Zeiten galt die Zeit der Wintersonnenwende als Mutternacht, weil man sich vorstellte, dass das Licht durch die Bewegungen der Mutter Erde oder der großen Göttin neu hervorgebracht wird. 
Nach der Geburt des Lichts beginnt für zwölf Tage und Nächte Odins "Wilde Jagd". Die Wiederkehr des Lichtes hat schon stattgefunden, doch praktisch liegt die kälteste und härteste Zeit des Winters. 
Die Wintersonnenwende wird gefeiert, um daran zu erinnern, dass die noch zu erwartende Dunkelheit ihren Kampf bereits verloren hat. Dies gibt Mut, Kraft und Hoffnung, diese bevorstehende Zeit gut und zuversichtlich zu meistern. 

Also durchhalten: Es geht bald wieder aufwärts ;-)

(Quelle: Das Geheimnis der Rauhnächte von Jeanne Ruland)

Der Dritte Advent

Na, geratet Ihr schon in Panik? ;-) Am Sonntag ist der 3. Advent und das bedeutet, Weihnachten rückt immer näher.

Wir sind jetzt mitten in der Weihnachtszeit. Der Funke von Weihnachten kann nun, wenn wir uns auf den Weg begeben und auf die Qualität dieser Zeit eingelassen haben, auf uns überspringen.
Nun beginnen verstärkt die Weihnachtsvorbereitungen. Plätzchen werden gebacken (das Rezept für die Metkekse hängt immer noch am Kühlschrank), das Weihnachtsgeschäft läuft auf Hochtouren, auf den Weihnachtsmärkten tummen sich die Menschen (wir waren bisher nur bei uns auf dem kleinen Nikolausmarkt), Geschenke werden verpackt und versendet (trifft auf uns nicht zu), Briefe geschrieben (nein, aber Weihnachtskarten), Musikstücke werden eingeübt (lieber nicht), alles wird festlich dekoriert, die Weihnachtstage werden geplant usw.  Stimmt, ich habe eben mit meiner Mutter telefoniert und wir werden Heiligabend bei ihr sein.
Spätestens ab dem 3. Advent rückt der nahende Heilige Abend nun ganz in den Mittelpunkt des Bewusstseins.

Dritter Advent
Element Feuer: Nun schreitet man zur Tat, um das große Fest vorzubereiten und alles zu erledigen, was für diesen großen Tag noch erledigt werden möchte.

Und eh man sich's versieht ist auch schon alles wieder vorbei....aber vorher zünden wir erst einmal die 3. Kerze an.  ;-)

(Quelle: Advents- und Weihnachtsrituale von Jeanne Ruland)

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Frau Holle ist wieder fleißig...

Kennt Ihr den Spruch? Es schneit und jemand sagt: Frau Holle schüttelt mal wieder die Betten aus...

Frau Holle, wie wir sie aus dem Märchen der Gebrüder Grimm kennen, wurde zusammen mit anderen Märchen 1812 in Grimm‘s "Kinder- und Hausmärchen 1. Teil" veröffentlicht. Ich glaube, jedes Kind kennt sie.
Worum geht es? Einem jungen Mädchen, hübsch und fleißig fiel die Spindel, an der sie gerade arbeitete in den Brunnen und sie wurde von der bösen Stiefmutter angewiesen, diese wieder aus dem Brunnen zu holen. Komisch, wieso gibt’s in fast jedem Märchen der Brüder Grimm eine böse Stiefmutter? ;-)  Das Mädchen sprang in den Brunnen und landete auf einer schönen Blumenwiese. Sie erfüllte alle Wünsche der Dinge am Wegesrand und gelangte schließlich an das Haus der Frau Holle. Meist wird sie als abschreckendes Mütterchen mit großen Zähnen beschrieben. Doch als sie das Mädchen bat, bei ihr in die Dienste zu treten, fürchtete sich die Fleißige nicht. Sie schüttelte der Frau Holle jeden Tag die Kissen, damit es auf der Erde schneien konnte. Auf dem Weg nach Hause wurde sie durch ein Tor geführt, von dem sie mit einem Goldregen für ihre Arbeit belohnt wurde. Sie kam als Goldmarie in ihrem Zuhause an und musste natürlich Bericht über ihre Erlebnisse erstatten. Das führte dazu, dass sich die faule Schwester ebenfalls als Arbeiterin bei Frau Holle belohnen lassen wollte. Also sprang sie auch in den Brunnen, kam auf der Blumenwiese an und begegnete denselben Objekten wie die Schwester. Aber faul wie sie war, erfüllte sie deren nötige Wünsche nicht und kam unverrichteter Dinge am Haus von Frau Holle an. Diese nahm sie aber genauso auf wie die fleißige Schwester. Leider tat die Faule nach kurzer Zeit keinen Handschlag mehr und wurde von Frau Holle nach Hause geschickt. Am Tor rechnete sie natürlich mit der goldenen Belohnung, doch sie wurde von schwarzem Pech-Regen überschüttet, der nun für immer an ihr haften sollte. So kehrte sie als Pechmarie zur Stiefmutter zurück.

Aber Frau Holle ist keine Erfindung der Gebrüder Grimm. Frau Holle lebt unter uns seit dem Ursprung der Zeit: als Hulda, Holla oder Perchta. Sie verkörpert die weibliche Dreigestalt Jungfrau, Mutter und altes Weib. Bevor die alte Sagengestalt der Holle durch christliche Mythen überdeckt wurde, war sie Feenkönigin, Herrin der Hollen, Perchten oder Klausen. Sie alle gehören zum kleinen Volk der Wichtel, Berggeister werden mancherorts auch Huldrefolk genannt.
Sowohl Holla als auch Perchta stehen für den Zyklus von Geburt und Tod, sind die Göttinnen der Hausfrauen und der Hausarbeit, Schirmherrinnen der Weber und Spinner und nehmen sich vor allem der Kinderseelen an: Die Kinder kommen aus ihren Brunnen oder Seen auf die Welt. Wenn ein Kind stirbt, kehrt es über den Brunnen oder das Gewässer zurück und die Weiße Frau nimmt es mit in ihren Garten, in dem es schöner ist als auf der Welt. Dort gibt es Äpfel und Gebäck.

Frau Perchta kommt in der Perchtennacht - der letzten Rauhnacht -  in der Nacht vor dem Dreikönigsfest und nimmt in dieser Nacht die Seelen verstorbener Kinder mit in die Anderswelt. Im Zuge der Christianisierung wurde Frau Hollas oder Perchtas Anderswelt – der schöne Apfelgarten – zur Hölle dämonisiert.
Die beiden Weißen Frauen haben in deutschen Märchen und Sagen unter anderem auch die Rolle der Totenmutter und waren jahreszeitlich dem Winter zugeordnet. Die Perchtennacht ist die Nacht vom 5. auf den 6. Januar, in der der Kampf des Lichtes gegen die Dunkelheit gewonnen wird. Perchta und Frau Holle waren ursprünglich positiv besetzte Figuren. Als Weiße Frauen standen sie von Beginn der Christianisierung dem schwarzen Tod gegenüber. Nach und nach veränderte sich die Rolle der Weißen Frauen aber ins Negative: Sie wurden zu schönen Weißen Frauen, die Kinder ins Jenseits lockten und entführten. Schön langsam vermischte sich ihre Rolle mit der der Hexen: Die Frau Holle bekam furchterregende schiefe und große Zähne und aus der schönen Weißen Frau wurde die böse bucklige Hexe, die in den Rauhnächten zwischen Weihnachten und Dreikönig ihr Unwesen treibt und Kinder holt.

Und heute kennt man Frau Holle nur noch als Märchen. Eine alte Frau, an die man denkt, wenn es schneit, denn dann heißt es: Frau Holle schüttelt wieder die Betten…

Sonntag, 9. Dezember 2012

Der 2. Advent

Und schwupps....schon ist es soweit, dass wir die 2. Kerze anzünden können. Der 2. Adventssonntag ist da.

Heute früh hat es hier noch geschneit, aber in den letzten Stunden ist der Schnee in Regen übergegangen. Schade, eigentlich wollten wir heute zum Weihnachtsmarkt auf Schloss Broich, aber dem Matsch muss ich das nicht haben. Da machen wir uns lieber einen gemütlichen Sonntag zuhause. 


Kleines Zitat aus Jeanne Rulands "Advents- und Weihnachtsrituale":

Wenn dir das Bild, da du von Weihnachten gespeichert hast, nicht gefällt, beginne damit, es zu verändern, es neu zu erleben. Es liebt an dir, wie du diese wundervolle und zauberhafte Zeit erlebst, gestaltest und erfährst.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen 2. Advent.

Freitag, 7. Dezember 2012

Der erste Schnee...

...ist nun da. Seit einer Viertelstunde schneit es hier und aufgrund der kalten Temperaturen wird der Schnee wohl liegenbleiben, so wie es aussieht.
Wie immer sind die Meinungen zwiegespalten. Die einen hassen Schnee, die anderen sagen "Schön".


Ich mag Schnee, er gehört schließlich zum Winter und gerade in der Vorweihnachtszeit finde ich den Anblick herrlich. Ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt ist doch bei diesem Wetter viel schöner als bei 10 Grad plus. Und was gibt es Schöneres, als ein Spaziergang in verschneiten Wäldern?

Mal sehen, wie lange das Winterwetter anhält. Zumindest für morgen haben die Wetterfrösche ja noch Temperaturen um den Gefrierpunkt angesagt. Also sollte man den Tag nutzen und nach draußen in die weiße Pracht gehen.

Entweder ist also morgen ein Spaziergang angesagt oder der Besuch eines Weihnachtsmarktes. Schauen wir mal, zu was ich meinen Schatz, der den Winter leider gar nicht so mag, überreden kann. ;-)

Allen Schneefans wünsche ich viel Spaß. Genießt die Zeit, wer weiß wie lang es anhält.

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Wer ist der Nikolaus eigentlich?

Heute ist Nikolaustag.
Im Christentum das Fest des heiligen Nikolaus von Myra. Mit der Entstehung des Weihnachtsmann-Mythos, wie wir ihn heute noch kennen, hat der Bischof Nikolaus jedoch nichts zu tun. Nikolaus von Myra war ein realer Mensch. Er wurde im dritten Jahrhundert als reicher Sohn im heutigen Antalya in der Türkei geboren. Aha, der im Christentum verehrte heilige Nikolaus war also Türke? Interessant…;-)
Jedenfalls gibt es zahllose Legenden über ihn. Er soll seinen Reichtum genutzt haben, um den Armen zu helfen. Dies tat er unerkannt und im Verborgenen. Und er ist Schutzpatron
 z. B. der Seefahrer.

Aber woher kommt dann die Vorstellung des Weihnachtsmannes mit rotem Mantel und Rauschebart? Die einen sagen, aus der Coca-Cola-Werbung. Stimmt, dort sieht Santa Claus tatsächlich so aus, wie wir ihn uns heute vorstellen. Dieses Bild ist aber schon viel älter und hat seine Wurzeln wohl eher in der heidnischen Tradition. Der Sonnengott zieht als alter, weiser Mann durchs Land. Als Stechpalmenkönig oder Green Man. Daher auch die Farben Grün und Rot.

Und woher kommt der Glaube, dass der Nikolaus oder Weihnachtsmann von Haus zu Haus zieht und Geschenke verteilt? Vermutlich von den Kelten. Früher waren die nördlichen Regionen dünn besiedelt. Dörfer und Höfe lagen weit auseinander. In der kalten und dunklen Winterzeit waren sie deshalb mehr oder weniger von der Außenwelt abgeschnitten. Um den 20. Dezember (Wintersonnwende) zogen deshalb die Druiden der Kelten von Haus zu Haus. Die Ausbildung zum Druiden dauerte sehr lange, meistens mehrere Jahrzehnte. Daher waren es ältere Männer mit langen weißen Bärten. Sie brachten Nachrichten, leiteten Zeremonien und verteilten Heilkräuter, Beeren, Wurzeln und nützliche Gegenstände, welche sie in einem Sack transportierten. Und aufgrund der weiten Strecken fuhren sie mit einem Schlitten. Und warum der rote Mantel? Die Druiden trugen sie als Zeichen für die rückkehrende Kraft der Sonne. Kinder und Vieh wurden mit Birkenruten abgeklopft, um schädliche Energien fernzuhalten. Danach wurden die Ruten für einen permanenten Schutz an Haus - und Stalltüren genagelt. Hier haben wir also auch den Ursprung der Rute des Nikolaus‘ bzw. Weihnachtsmannes.
Und denkt mal an die Namen der Rentiere. "Donner" und "Blitz" erinnern noch an den germanischen Donnergott Wotan bzw. Thor, der in den Rauhnächten mit seiner Wilden Jagd unterwegs ist.

All diese Dinge haben die Jahrhunderte in unserer Vorstellung des Nikolaus' überdauert. Nur leider hat die Kirche dieses alte Wissen in den Hintergrund geschoben.

Mittwoch, 5. Dezember 2012

5. Dezember - Der Abend vor Nikolaus

Na, habt Ihr auch alle Stiefel und Schuhe geputzt? ;-)
Denn heute ist Nikolausabend und wer brav war, der bekommt auch bestimmt ein paar leckere Sachen geschenkt.

Der bekannte Brauch der Befragung der Kinder durch den Nikolaus, ob sie denn auch brav und fromm gewesen seien, geht wohl auf folgendes zurück: Früher wurde drei Knechten Geldstücke entsprechend ihrer Fähigkeiten anvertraut. Nach der Rückkehr des Herrn musste jeder Rechenschaft ablegen, was er mit dem Geld gemacht hatte. Mit den meisten anderen Bräuchen verhält es sich ähnlich. Ursprünglich war der Nikolaustag auch der Tag der Weihnachtsbescherung. In einigen Ländern ist er dies auch heute noch.

Als Gehilfen bekam der heilige Nikolaus in verschiedenen Ländern Begleiter zur Seite gestellt. In ganz Österreich und Südtirol, Ungarn, Tschechien, Teilen Norditaliens und Teilen Kroatiens und dem rumänischen und serbischen Banat kommt der Nikolaus am Abend des Nikolaustags mit den Krampussen: Während der Nikolaus die Kinder, die das Jahr über brav waren, mit Geschenken belohnt, rasseln die bösen, teufelartigen Krampusse mit Ketten und erschrecken die Kinder, die böse waren. Der Krampus ist eine eigenständige Figur des Brauchtums, die entfernt mit den diversen Perchten verwandt ist, aber nur als Gefolge des Nikolaus vorkommt. Die Krampusse selbst jagen schon am Vorabend, dem 5. Dezember (Krampustag), wie eine Wilde Jagd durch die Dörfer (Krampuslauf), noch ungezähmt vom Nikolaus vor dessen Erscheinen. Im Berchtesgadener Land sind ähnlich derbe und wilde Erscheinungsformen als Volksbrauch geläufig, die Perchten.

Ich kenne Knecht Ruprecht, der im nördlichen und mittleren deutschen Sprachraum, den Nikolaus begleitet, der ursprünglich wohl ebenfalls eine Perchtenfigur war.

Äpfel und Nüsse als Gaben haben eine ganz alte
Bedeutung.
Früher waren es übrigens keine Schuhe oder Stiefel, die befüllt wurden, sondern selbstgebastelte Papierschiffchen, da der Heilige Nikolaus auch als Schutzpatron der Seefahrer gilt.
Und es gibt noch eine Änderung:
Und früher nahm der Mensch nicht nur von der Natur, er
gab ihr auch etwas zurück. Die Natur versorgt uns das ganze
Jahr. Im Winter ist es so, dass wir die Natur mitversorgen
könnten, indem wir mit ihr teilen, was wir haben. Nüsse, Körner, Milch und Äpfel wurden einst für die Tiere und auch für die Naturgeister vor die Tür gestellt, damit sie in der kalten, dunklen Jahreszeit etwas zu essen hatten.
Äpfel und Nüsse stehen auch mit den Ahnen in Verbindung. Sie helfen bei der Wunscherfüllung.
Äpfel sind die Früchte der Liebe, sie stehen mit der Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit in Verbindung und werden dem Feenreich zugeordnet.
Die Feen bestimmen über unser Schicksal. Es ist wichtig, sie gutmütig zu stimmen, damit sie unser Schicksal zum Glück hin lenken.
Früher suchte man die alten Kräfte, die Göttin der Liebe, die Feen und die Ahnen für Rat und Segen auf und brachte ihnen Nüsse und Äpfel.

Schade, dass dieser Brauch heute nahezu in Vergessenheit geraten ist. Bis auf das Füttern der Vögel im Winter.  ;-)




Dienstag, 4. Dezember 2012

4. Dezember - Der Tag der heiligen Barbara

Heute ist der 4. Dezember, der Gedenktag der heiligen Barbara, Schutzpatronin u.a. der Schmiede, Maurer, Dachdecker, Feuerwehrleute und Gefangenen.

Gebet an die heilige Barbara:
Oh heilige Barbara, du edle Braut!
Dir sei Leib und Seele anvertraut.
Sowohl im Leben als im Tod.
Komm mir zu Hilfe in letzter Not.
Und reiche mir vorm letzten End
Das allerheiligste Sakrament.

Brauchtum am 4. Dezember:
Man schneidet von einem Obstbaum (egal ob Kirsche, Apfel, Birne) ein paar Zweige ab und stellt sie ins Wasser. Bis Heiligabend sollen die "Barbarazweige" erblühen und so das neue Leben in die Wohnung bringen. Wenn die Zweige erblühen, wird dies als gutes Omen gedeutet, weil es Glück bringen soll.

Und nicht, dass Ihr heute zu einem Floristen rennt und nach ein paar Barbarazweigen fragt. *Augenverdreh* Könnte sein, dass die euch dann etwas komisch ansehen... ;-)



Samstag, 1. Dezember 2012

Die Adventszeit

Advent bedeutet Ankunft. Wir erwarten die Ankunft des neuen Lichts, das in der dunkelsten Nacht am 21. Dezember, der Wintersonnwende oder Mittwinternacht, wiedergeboren wird und drei Tage braucht, um sich zu stabilisieren. Bis zum 24. Dezember. Kein Wunder also, das die Kirche diesen Tag als Jesu Geburt gewählt hat.
 
Die Adventszeit dauert 22-28 Tage und hat immer vier Sonntage, an denen jeweils eine weitere Kerze entzündet wird.
Die Wiedergeburt des Lichts war zu allen Zeiten eine heilige Zeit. So wurden bereits in vorchristlicher Zeit im germanischen Kulturraum die Julnächte oder das Julfest gefeiert.
Bräuche und Riten haben sich bis heute geändert, doch das Zeitgeschehen ist immer gleich geblieben, weil es sich am Stand der Sonne, des Mondes und der Erde orientiert. 
Es gibt um diese Jahreszeit viele Bräuche, die viel älter sind und die in christliche Riten eingebunden wurden, wie z.B. der Weihnachtsbaum und der Adventskranz. in dieser Zeit fühlen wir die Kraft unserer Ahnen und unserer Wurzeln auf gute und segenvolle Weise. Für sie wurden in dieser Zeit die Lichter entzündet. Auch wir werden eines Tages in der Reihe unserer Ahnen stehen.
Die Adventszeit dauert normalerweise 28 Tage. Dies entspricht einem Mondzyklus, in dem sich Kräfte abbauen und wieder aufbauen.
Diese Zeit eignet sich daher hervorragend, alte Muster, die uns nicht mehr dienen, gehen zu lassen und neue, positive Glaubensmuster aufzubauen.


Der Brauch des Adventskranzes ist sehr alt. Er stellt das Rad des ewigen Lebens und den Sieg des ewigen Lichts dar. Er hat etwas mit dem Ahnen- und Totenkult unserer Vorfahren zu tun, die wiederum ihre Ahnen in alten Zeiten aufsuchten, um Beistand, Hilfe und Segen zu erbitten. 
Der Adventskranz wurde in früheren Zeiten anders verwendet: Man zündete zu Beginn der Zeit alle vier Kerzen an und mit den kürzer werdenden Tagen der folgenden Wochen löschte man jeweils eine Kerze, um so die zunehmende Kraft der Dunkelheit zu erfahren. So konnte man abschließend die Geburt des Lichts gebührend feiern. 
Der Kranz wird auch immergrünen Zweigen gebunden und symbolisiert mit den 4 Kerzen auch die 4 Himmelsrichtungen und die 4 Hauptkräfte im Universum. 

Die Weihnachtszeit ist ein alchemistische Zeit, die mit den Schicksalsmächten und Schöpfungskräften in Verbindung steht.

Quelle: Advents- und Weihnachtsrituale von Jeanne Ruland